Kommt eine neue Flüchtlingswelle?

Türkei droht mit Grenzöffnung

Die türkische Küstenwache hat ihre Aktivitäten gegen Schlepper und Menschenschmuggler in der Ägäis fast vollständig eingestellt. Die Zahl der Flüchtlinge, die aus der Türkei auf die griechischen Inseln fliehen, ist seither sprunghaft angestiegen. Ankara droht, das Flüchtlingsabkommen aufzukündigen und findet drastische Worte.

Freie Welt

Die Wiener Zeitung meldet, dass seit dem 15. August vermehrt Migranten in Griechenland eintreffen. Laut offiziellen Angaben der griechischen Polizeidirektion sind in den letzten Tagen insgesamt 404 Migranten über die Ägäis zu den griechischen Inseln Lesbos, Chios und Samos gekommen: Damit hat sich die Zahl der Neuankömmlinge seit dem 1. August allein auf diesen drei Inseln auf 2208 erhöht.

Das Handelsblatt sieht eine Verdreifachung: "Kamen zuvor im Schnitt 35 Menschen pro Tag, sind es seit dem vergangenen Donnerstag mehr als 100 täglich."

In dem Flüchtlingsabkommen, das im März 2016 geschlossen wurde, hatte sich die Türkei verpflichtet, illegal nach Griechenland eingereiste Flüchtlinge und Migranten wieder zurückzunehmen. Zunächst hatte die Türkei auch die Grenzkontrollen verschärft. In letzter Zeit hatte Ankara schon mehrfach gedroht, das Flüchtlingsabkommen aufzukündigen.

Es sieht so aus, als würde die Türkei nun Ernst machen. Die Stuttgarter Nachrichten zitieren Recep Tayyip Erdogan mit dem Satz: "Was für ein Rückführungsabkommen? Das könnt Ihr vergessen!" Auch Innenminister Süleyman Soylu findet drastische Worte: "Wenn Ihr wollt, schicken wir Euch jeden Monat 15.000 Flüchtlinge. Das wird Euch umhauen!"

Sven von Storch

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