So meldete es der NDR. Die Zahlen geben das jedoch nicht her. Sie sehen zwar solide aus, sind es aber nicht.
Auf den ersten Blick sieht es so aus. Demnach kämen die CDU auf 40%, die SPD auf 32%, die Grünen auf 9, die FDP auf 7%. Neu im Parlament wäre die AfD mit 6%, die Linke würde mit 3% an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.
Bei solchen Umfrage gibt es jedoch stets eine gewisse Fehlertoleranz. Die genannten Zahlen sind lediglich Mittelwerte innerhalb eines Toleranzbereiches. Wenn man den gesamten Bereich berücksichtigte, sähe das Ergebnis wie folgt aus:
CDU
Zwischen 37, 27% und 45,73%
SPD
Zwischen 29,574% und 34,426%
Grüne
Zwischen 7,448% und 10,552%
FDP
5,524% und 8,476%
AfD
4,562% und 7,438%
Diesen Zahlen zufolge wäre eine schwarzgelbe Mehrheit möglich. Die Meldung hätte aufgrund desselben Zahlenmaterials ebenso gut lauten können: Eine Schwarzgelbe Mehrheit ist in Niedersachen wahrscheinlich.
Das Blog sciencefiles, das die Zahlen geprüft und sich die Mühe gemacht hat, die Streubreiten bis auf drei Stellen hinter dem Komma auszurechnen, weist noch auf ein weiteres Dilemma hin, das solchen Wahlvoraussagen innewohnt.
Wenn man Wähler sowohl vor als auch nach einer Wahl befragt, so wie das bei früheren Erhebungen gemacht wurde, dann zeigt sich, dass eine Gruppe von 5 bis 15% der Wähler nicht das gewählt haben, was sie vorher angegeben hatten. Gerade neue Parteien werden tatsächlich viel häufigerer gewählt, als es die Wähler vorher angekündigt hatten.
Berücksichtigt man diesen Effekt, dann könnte das Wahlergebnis für die AfD noch deutlich besser ausfallen.


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