Ein Rückblick

Schweden vor der Wende

Ein beispielloser Wandel geht in Europa vonstatten. Er zeigt sich aktuell besonders deutlich am Beispiel von Schweden. Wie konnte es dazu kommen? Ein Blick zurück im Schnelldurchlauf.

Schweden darf als das politisch korrekteste unter den politisch korrekten Ländern des Westens gelten. Es spielte sich immer gerne als moralische Supermacht auf: Pipi Langstrumpf, Volvo, Abba, Ikea – das alles verbinden wir mit Schweden, dem sympathischen Vorzeigeland aus dem Norden.

Das war einmal.

Schweden hat sich durch eine schier endlos scheinende Tradition einer linken Regierung in eine dramatische Schieflage begeben und sieht sich neuerdings sogar als ersten Staat mit einer feministischer Regierung, die versucht, Weltgeschichte zu schreiben.

Schweden gilt als das Land, in dem die Gleichstellung am konsequentesten umgesetzt wurde. Allerdings hatte sie einen ungeahnten Effekt: Man hatte alles getan, um die Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei der Berufswahl anzugleichen und herausgekommen ist, dass sich die Unterschiede vergrößert haben: Nun sind noch mehr Frauen in Pflegeberufen und noch mehr Männer in technischen Berufen als vor den Gleichstellungsmaßnahmen. Die feministische Regierung kennt aber kein Zurück, nur ein Weiter-so.

Schweden hat versucht, mit Tausenden von Kinderkrippen, mit extralangen Vaterschaftsurlauben, umfassender Sozialhilfe, mit tollkühner Umverteilung und zahllosen Antidiskriminierungsmaßnahmen ein Paradies des Anstands und der sozialen Gerechtigkeit zu schaffen. Wir denken dabei unwillkürlich an das Kinderparadies bei Ikea und die umfassende Bevormundung. Dieses Paradies steht nun vor dem Aus. Wie konnte das passieren?

In der Baseler Zeitung wird uns Schweden als Anschauungsbeispiel empfohlen. Wir lesen da: »Kaum ein Land zeigt so deutlich, wie gefährlich und disruptiv eine unkontrollierte Einwanderungspolitik wirken kann.«

Als die Schwedendemokraten 1988 als Kritiker der Einwanderungspolitik zum ersten Mal bei Wahlen antraten, erhielten sie etwas über tausend Stimmen im ganzen Land – ein jämmerliches Ergebnis. Abgerundet wurde der Wähleranteil mit 0,0 Prozent angegeben. Zwar gab es damals schon Einwanderer, jedoch nur wenige. Das Thema Immigration interessierte kaum jemanden.

Zehn Jahre später kam die Partei auf 20.000 Stimmen, was einen Anteil von 0,4 Prozent ausmachte. Doch bereits 2006 zeichnete sich ein deutlicher Trend ab: Die Partei wuchs stetig von Wahl zu Wahl, am Ende wuchs sie sogar dramatisch. 2010 zog sie schließlich mit 5,7 Prozent erstmals in den Reichstag ein, vier Jahre später verdoppelte sie diesen Anteil auf 12,9 Prozent.

Nun haben sie das beste Ergebnis ihrer Geschichte geholt und sind nach aktuellem Spiegel-Bericht »zweit- oder drittstärkste Partei«.

Was die Partei zustande gebracht hatte, war bisher schon ein spektakulärer Zuwachs, den die Baseler Zeitung zu einem großen Teil auf eine einzige Ursache zurückführt: Immigration.

Die Stimmung in der Bevölkerung wurde derweilen immer schlechter, sie wurde mehr und mehr vergiftet, weil die politischen Eliten jedes Problem im Zusammenhang mit der Immigration »schlechterdings für inexistent erklärten«, wie es in dem Bericht heißt.

Es braute sich schon länger was zusammen. Nachrichten über Schweden fand man in letzter Zeit hauptsächlich außerhalb der Mainstream-Medien. Wie sehr sich im ehemaligen Musterland die Lage zugespitzt hatte, wurde offiziell kaum wahrgenommen.

Auf freie welt wiederum gab es zahlreiche Berichte über den allgemeinen Niedergang – hier –, über Unruhen – hier –, über die Islamisierung – hier und hier –, über Panikmache – hier –, über Sex in Zeiten von #metoo – hier, hier und hier … usw.

Die Zeitung aus Basel beendet ihren Artikel mit einem Paukenschlag und schreibt: »Es ist ein epochaler Aufruhr im Gang«. Nun bleibt abzuwarten, wie das Wahlergebnis verarbeitet wird.

 

 

 

Sven von Storch

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