Fehlstart für den neuen starken Mann der SPD

Scholz macht dieselben Fehler wie Schulz

Nachdem sich Sigmar Gabriel und Martin Schulz gegenseitig demontiert haben und Andrea Nahles sich nicht so recht als neue Hofffnungsträgerin für die SPD profilieren kann, ist Olaf Scholz zunehmend in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit geraten. Doch er macht gleich von Anfang an alles falsch. Er ist genauso ein Schwindler wie Schulz.

Freie Welt

Wenn man sich im Internet umsieht, findet man einige positive Darstellungen, die versuchen, Olaf Schulz als neuen starken Mann der SPD in ein gutes Licht zu rücken. Man findet aber auch knappe, geradezu vernichtende Darstellungen wie die auf der Achse des Guten. »Abgesang auf die SPD«, heißt es da:

»Vor einem knappen Jahr, als die Umfragewerte der SPD bereits nahe der 20-Prozent-Marke lagen, donnerte Martin Schulz, eben erst mit 100 Prozent zum Parteichef gewählt, dass er die Bundestagswahl gewinnen und der neue Kanzler werden würde. Dafür hatte er seinen Vorgänger Gabriel über die Klinge springen lassen, so wie nun dieser wiederum Freund Schulz ein Bein stellte. Als lachende Dritte freut sich derweil Andrea Nahles.«

Was für ein Größenwahn! Oder ist es nur Großmäuligkeit? Hatte damals ernsthaft jemand in der SPD daran geglaubt, dass es mit Umfragewerten von 20 Prozent möglich ist, den Kanzler zu stellen? Was hatte sich Martin Schulz dabei gedacht? Hat er gedacht, dass es in der Politik gut ankommt, wenn man sich als Traumtänzer inszeniert? Hat er gedacht, dass sich der dumme Wähler nun mal einen Kandidaten wünscht, der Siegesgewissheit ausstrahlt wie ein Teenager, der sich vor einem Profiboxer aufbaut und ihm Schläge androht?

Es erinnert an den Fall eines Geldfälschers, dessen Blüten so schlecht gemacht waren, dass der Richter entschied, dass man die von ihm hergestellten Falschgeld-Noten nicht wirklich als Betrugsversuch werten könnte, schließlich hätte jeder leicht selbst erkennen können, dass die Scheine nicht echt sind.

So kann man Martin Schulz auch nicht vorwerfen, falsche Wahlversprechen gemacht zu haben. Sein Wahlversprechen war so realitätsfern, dass jeder selbst erkennen konnte, dass es nicht ernst gemeint war. Wer unter diesen Umständen SPD gewählt hat, hat sich auf einen Packt eingelassen: Ich-weiß-dass-du-weißt-dass-ich-weiß-dass-du-weißt, dass alles sowieso nur ein einziger Schwindel ist.

Die Quittung hat die SPD erhalten.

Nun wird Olaf Scholz als kommissarischer Parteivorsitzender auf die Bühne geschubst, als wäre er die Vorgruppe von einem Rockkonzert und versucht, Stimmung zu machen und den Fans einzuheizen. Auf der Achse des Guten heißt es weiter: »Während die Agenturen meldeten, die SPD sei in den neuesten Umfragen auf 16 Prozent gefallen, sprach er, als käme er von einem anderen Stern: ‚Wir haben das ehrgeizige Ziel, bei der nächsten Bundestagswahl stärkste Partei zu werden und den Kanzler zu stellen.’ So redet, wer in der Gnade des Deliriums steht – das letzte Aufgebot der SPD. Mit ihrem Personal kann sie keinen ‚Staat’ mehr machen.«

Noch im Dezember – gar nicht so lange her – hatte er verkündet, in Hamburg bleiben zu wollen und sich nicht in die Bundespolitik zu begeben. Willkommen im Club, möchte man da sagen. Woran erinnert es nur, wenn jemand erst sagt, er wolle nicht, dann aber doch ... ?

Sven von Storch

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