»Meine Kräfte reichen nicht aus, um eine nachhaltige Änderung der Arbeitsbedingungen der Lehrer und der Lernbedingungen der Schüler zu bewirken«, sagte Unzeitig dem Berliner „Tagesspiegel“. Sie klagte zugleich über mangelnde Unterstützung durch die zuständigen Behörden. Der Wachschutz für die Schule war gerade erst bis Herbst neu bewilligt worden.
Ganz recht: ein Wachschutz für die Schule. Soweit ist es schon gekommen. Die freie welt hatte bereits im März dieses Jahres von diesem Fall berichtet. Auch die Bild schrieb damals von einer »Gewalt-Eskalation«. Damals klang die Rektorin noch einigermaßen zuversichtlich und glaubte, dass sich der Wachschutz Respekt verschaffen könnte.
Die Entwicklung an der Spreewald-Grundschule war nur eine der leider nicht gerade seltenen Meldungen über den Verfall an unseren Schulen. Es fehlte auch damals nicht an Hinweises, dass es sich um keinen Einzelfall handelt. Immerhin hatte er eine gewisse Aufmerksamkeit erregt. Was ist daraus geworden? Die Rektorin gibt auf. »Schulleiterin im Brennpunkt wirft hin«, melden die Zeitungen nun.
Es ist immer schlimmer geworden. Während der Sommerferien haben sich Obdachlose auf und neben dem Schulgelände angesiedelt. Auf dem Hof seien Drogenabhängige gesehen worden, heißt es, und das Gelände werde sogar als Drogenversteck genutzt. Zudem ist seit Jahren das Hortgebäude mit der Mensa nicht nutzbar, weil ein Fluchtweg fehlt. Vor allem aber fehlt es an Lehrern. Es ist keine Besserung der personellen Ausstattung in Sicht. Es gab nicht einmal genug Quereinsteiger, um mit denen Stellen zu besetzen. Auch die Welt berichtete.
Ferdinand Horbat vom Philologenverband gibt ihr recht: Unter den gegebenen Umständen sei »keine erfolgreiche Bildung mehr möglich«, meinte er. Martina Zander-Rade, die schulpolitische Sprecherin der Grünen im Bezirk, findet die Entscheidung von Unzeitig »menschlich verständlich«.
So sieht es also kurz zusammengefasst aus: Die Schule kann den Verfall nicht mehr aufhalten, es wird gekündigt, eine erfolgreiche Bildung wird nicht mehr für möglich gehalten, es ist menschlich verständlich, wenn unter diesen Bedingungen eine Rektorin aufgibt.


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