Männer dürfen nur noch reden, wenn danach noch eine Frau reden will

Redeverbot für Männer an der Uni

So sieht es der Entwurf für eine Regelung für das Studentenparlament der Humboldt-Universität vor: Männer dürfen nur noch reden, wenn sich weiterhin Frauen an einer Diskussion beteiligen. Beteiligen sie sich nicht, ist auch für Männer Schluss.

Die neue Regel nennt sich »harte Quotierung« und bedeutet nicht nur eine Einschränkung der Rederechte für Männer, sondern geradezu ein Redeverbot auf der Grundlage des Geschlechts. Genau das, was Antidiskriminierungsmaßnahmen eigentlich verhindern sollen, genau das, was man »gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit« nennt.

»Ist so ein Redeverbot überhaupt erlaubt?« Das hatte schon Anfang Juni der FDP-Abgeordneten Marcel Luthe gefragt. Zuständig für solche Fragen ist die Senatsverwaltung für Wissenschaft, die unter Führung der SPD vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller geleitet wird. Und? Was meinen die?

Man wolle den Beschluss des Studentenparlaments »einer rechtlichen Prüfung unterziehen«. So hatte es die Verwaltung Anfang Juni mitgeteilt. Mitte Juli hieß es nun, der Senat erwarte, dass die Präsidentin der Humboldt-Universität den Beschluss für unwirksam erklärt. Das ist bisher noch nicht geschehen.

Nun dürfen wir gespannt sein: Wird sich eine Präsidentin gegen eine feministische Initiative aussprechen? Würde sie sich ernsthaft Ärger mit der SPD einhandeln, wenn sie es nicht täte und den Beschluss nicht für unwirksam erklärt?

Es wäre geradezu eine Sensation, wenn sich eine Präsidentin gegen eine überwiegend weibliche Studentenschaft – pardon: Studierendenschaft – stellt. Feminismus verpflichtet. Quote ist totalitär, Quote kennt keine Ausnahmen, Quote kennt kein Zurück.

Man sollte sich nicht täuschen. Ein Vorgehen nach Quote, ist längst üblich. Bei den Grünen, die mit einer Geschlechterquote vorangegangen sind, aber auch bei den Linken sind die Männer längst ausgebremst und zum Schweigen gebracht, sie sind still gemacht, sie werden von den Frauen »gestillt« – wenn man es mal so sagen darf. Eine Debatte mit den Männern ist längst beendet. Sie hat gar nicht erst angefangen. Die Frauen reden nicht mit Männern, nur noch über sie.

Im faktum magazin meldet sich jemand, der aus Erfahrung spricht – aus Erfahrungen, die er mit der Linken gemacht hat: »Ich habe ich es in der Linken selbst erlebt, dass sich Frauen nur zu einem Redebeitrag gemeldet haben, um Männern Diskussionszeit wegzunehmen«. Davon könnten unzählige Männer ein Lied singen, wenn man sie nur ließe. Es läuft schon seit Jahren so. Es fällt nur noch auf, wenn eine neue Steigerungsstufe erreicht wird.

Gunnar Schupelius ärgert sich darüber, er schreibt in seiner Kolumne in der Berliner Zeitung, die auch so heißt, nämlich: »Mein Ärger«: »Der Beschluss sollte tatsächlich für ungültig erklärt werden, denn es ist ja absurd, dass Männer nicht mehr reden sollen, wenn sich keine Frau meldet.«

Richtig. Es ist absurd. Aber was hat er erwartet? So ist die feministische Politik, die zunächst die Grünen, dann die Linken und inzwischen weitgehend auch die SPD erfasst hat und sich weiter vorarbeitet in die CDU und die FDP hinein: Ja, die feministische Politik ist absurd. Sie ist destruktiv. Sie ist bösartig. Die nächste Quotenregelung kommt bestimmt. Der nächste absurde Vorschlag wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Der Damm ist gebrochen.

Eine Absurdität kommt im Feminismus selten allein. Es kommt auch hier noch eine weitere hinzu. Schupelius schreibt: »Der Beschluss wird zusätzlich dadurch absurd, dass er den Rednern frei stellt, welchen Geschlechts sie sein wollen. Das ist so formuliert: "Eine sich weiblich identifizierende Person" soll auf der Rednerliste vor die erste "sich männlich identifizierende Person" gezogen werden, sofern davor nicht bereits eine "sich weiblich identifizierende Person" steht.«

Sollen also Männer dazu gebracht werden, sich als weiblich zu identifizieren, damit sie überhaupt zu Wort kommen? Ist das der Plan? Zutrauen muss man es der Studierendenschaft.

 

 

Sven von Storch

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