Bundesherr streicht Binnen-I

Österreich geht gegen die Gender-Sprache vor

Die Gender-Sprache ist ein Krampf, den die Bevölkerung nicht will. Er wird verordnet und ist politisch gewollt. Aber nur von bestimmten Parteien. Wenn die nicht mehr die Mehrheit haben, verschwindet die Gender-Sprache wieder. So geschieht es gerade in Österreich. Das Bundesherr kippt das Binnen-I.

Verteidigungsminister Mario Kunasek lässt das Binnen-I abtreten: »Feministische Sprachvorgaben zerstören die gewachsene Struktur unserer Muttersprache bis hin zur Unlesbarkeit und Unverständlichkeit«, erklärte er und verkündete damit das »Aus für sämtliche Formulierungen beim Bundesheer, die den Sprachfluss unnötig beeinträchtigen«.

Die so genannte geschlechtergerechte Sprache war 2001 eingeführt worden. Sie habe sich wie Kunasek meint, nicht als »praxistauglich« erwiesen. So meldet es der Kurier. Auch der Standard und die Krone.

Natürlich gab es Kritik von Seiten der Frauen. Irmtraut Karlsson, Frauenbeauftragte unter dem ehemaligen Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil, klagte, dass 20 Jahre, nachdem die erste Frau beim Bundesheer zugelassen wurde, Frauen »immer noch deutlich in der Minderheit« seien – als würde sich das ändern, wenn man die Sprache verunstaltet. Aber das scheinen sie wirklich zu glauben.

Alexandra Wachter, stellvertretende Vorsitzende des Frauennetzwerks Medien, meint: »Der Bezug auf die 'gewachsene Struktur unserer Muttersprache' sei ein fadenscheiniges Argument, um die Gleichberechtigung aufzuhalten: »Wer Frauen auch sprachlich nicht mehr sichtbar macht, zeigt damit, dass sie keine Rolle spielen sollen.«

Deshalb werde Kunasek das »Rosa Handtascherl« verliehen. Mit dieser Trophäe weise man auf Äußerungen von Personen des öffentlichen Lebens hin, deren Frauenbild von offensichtlichem Sexismus geprägt ist. Bewertet werden unterschwellige Angriffe, herabwürdigende Aussagen, klischeehafte Darstellungen oder Ignoranz gegenüber Frauen und ihren Leistungen.

Glückliches Österreich. Wie schön wäre es doch, wenn wir Deutschen auch Schluss machen würden mit dem Binnen-I, den Doppelnennungen, dem Gender-Stern – und mit dem Niveau der Argumente, die in dem Zusammenhang gekreischt werden.

Eine rosa Handtasche! Also, bittschön! Werden damit nicht stereotype Vorstellungen von Frauen zementiert?

 

 

Sven von Storch

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