Die Bundeswehr wird weiblicher

Nazi-Vorwürfe und Sex-Gerüchte

Die Bundeswehr macht erneut Negativschlagzeilen. Bei einer Feier der Sondereinheit KSK soll es zu Geschmacklosigkeiten gekommen sein mit Hitlergruß, rechtsradikalen Liedern und bizarren Sexspielen.

Freie Welt

Verschiedene Medien, wie Focus und n-tv berichten davon und stützen sich dabei auf die Angaben einer Augenzeugin, die von "römisch-mittelalterliches Spielen" berichtet, bei denen sie selbst als "Hauptpreis" vorgesehen sei, womit besondere sexuelle Dienstleistungen gemeint gewesen wären.

Die Heeresführung war bereits am 13. Juli informiert worden. Es hatte Dutzende Vernehmungen vorgenommen, bei denen die Nazi-Vorwürfe nicht bestätigt werden konnten. Nach Berichten von Spiegel Online – so zitiert es die Welt – hätten mehrere Soldaten ausgesagt, dass zu keinem Zeitpunkt der Hitlergruß gezeigt worden sei. Entsprechend dem Motto der Party hätten sie sich mit "Ave Cäsar"-Gesten begrüßt.

Die Ermittlungen laufen noch. Womöglich werden wir nie wieder davon hören. Die Vorwürfe sind erst einmal in die Welt gesetzt. Besonders gerne wird immer dann berichtet, wenn das Reizwort „Sex“ vorkommt. Wenn man die verschiedenen Meldungen vergleicht, findet man – als wäre es das Kleingedruckte – den Hinweis, dass es nach Angaben der Zeugin zu keinerlei sexuellen Handlungen gekommen sei.

Die Bundeswehr wird weiblicher. Das heißt auch: Klatsch und Tratsch und raunende Beschuldigungen, die irgendwie was mit Sex zu tun haben, werden zunehmen.

Sven von Storch

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