An Vorschusslorbeeren mangelt es nicht. Die FAZ berichtet: Die SPD werde "sehr leidenschaftliche, sehr intensive Oppositionsarbeit" betreiben. Andrea Nahles selber drückt sich so aus: " ... ab morgen kriegen sie in die Fresse".
Auch n-tv lobt sie als wahre Wunderheilerin, andererseits aber auch als "Trümmerfrau der SPD". Alice Schwarzer meint im focus: "Jetzt, wo der Karren im Dreck steckt, schlägt die Stunde der Frauen."
Die Zeit spricht auch von der "Stunde der Frauen" und verkündet unter der Überschrift "Frauenpower statt Alphamännchen": "Jetzt sollen es also die Frauen richten." Auch der SPD-Mann Lars Klingbeil hatte gefordert: "Die SPD muss jünger, weiblicher und digitaler werden".
Große Worte. Aber die SPD hat in Wirklichkeit keinen Plan. Frau zu sein, bedarf es wenig. Das reicht nicht: Sie wollen nach eigenem Bekunden, endlich "Gerechtigkeit" umsetzen (als hätten sie dazu bisher keine Gelegenheit gehabt). Sie wollen die „Europapartei“ werden (das ist keine Opposition zu Merkel) und sie wollen die AfD unter 5% drücken (die ist zweistellig).
Dennoch spekuliert die Zeit über die Zukunft von Andrea Nahles: "Als Oppositionsführerin würde sie die nächsten Jahre bei Debatten im Bundestag stets als Erste auf Kanzlerin Angela Merkel antworten und sich damit als potenzielle nächste Kanzlerin empfehlen."
Weiblich ist Andrea Nahles – keine Frage. Aber gehört sie wirklich zu den jungen Kräften? Ist sie nicht eine der Urgesteine und Veteranen? Pardon: Urgesteininnen und Veteraninnen.


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