So jedenfalls fasst es die Welt zusammen und titelt: "Die Debatte über das Klima hat etwas Religiöses". Auf Tichys Einblick heißt es schlicht: "Bei Maischberger. Die Klima-Religion".
Weil wir es nicht wissen können, müssen wir eben glauben. Abtrünnige werden als "Klima-Leugner" gebrandmarkt. Dabei leugnet niemand, dass es das Klima gibt. Es leugnet auch niemand, dass sich das Klima wandelt. Doch mit solchen Overkill-Argumenten werden alle zum Schweigen gebracht, die sich fragen, wie hoch der menschengemachte Anteil an dem Wandel tatsächlich ist und sich außerdem fragen, was man nun sinnvollerweise tun könnte.
Die Energiewende der "Klima-Kanzlerin", wie sie sich gerne sehen wollte, ist krachend gescheitert: ökologisch und ökonomisch. Dieser Befund liegt im Windschatten der Berichterstattung: Die Energiepreise steigen. Mit jedem neuen Windrad wächst die Gefahr eines Blackouts. Die sogenannten Treibhausgasemissionen in Deutschland lagen 2016 nicht etwa unter, sondern über dem Niveau von 2009 (so meldet es eigentümlich frei in der neuen Printausgabe).
Deutschland ist nicht etwa Wegbereiter und Vorreiter einer neuen Energiepolitik. Deutschland spielt eine Außenseiterrolle und wird belächelt.
In dem Zusammenhang ist es tatsächlich spannend zu beobachten, wie sich eine Jamaika-Koalition bilden soll. Hatte doch Christian Lindner unmissverständlich davon gesprochen, dass das Gesetz zur erneuerbaren Energie EEG ein Fehler ist – "Von wegen Reform – das EEG muss weg", verkündete er im Tagesspiegel. Klar ist aber auch, dass die Grünen diesen Weg mit aller Konsequenz fortsetzen wollen.
Davon erfährt man nichts – jedenfalls nicht bei Maischberger. In der Talkshow sahen wir dramatische Bilder von umstürzenden Bäumen und kaputten Autos und konnten uns von Jörg Kachelmann erklären lassen, dass das alles nichts mit dem Klimawandel zu tun hat.
Die Schäden der Stürme "Xavier" und "Ophelia" wurden lediglich aufbereitet, um Stimmung für grüne Politik zu machen. Wir sollen uns irgendwie schuldig fühlen. Die Grünen bieten keine Lösung, tun aber so, als können sie uns das Schuldgefühl nehmen.
Schuld war immer schon eine religiöse Frage.


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