»Gender-Mainstreaming? Was ist das denn! Feministische Bildungsarbeit? Überflüssig! Geschlechtersensible Sprache? Bullshit! Die türkisblaue Regierung Österreichs spielt derzeit den Vorreiter, wenn es darum geht, den Feminismus abzuräumen«, so schreiben es die aktuellen nachrichten unter der Überschrift: »Schluss mit der "Staatsknete"«.
Ein schwaches, verzagtes Aufstöhnen ist noch von den Betroffenen zu hören. So wird geklagt, dass selbst die »Bäuerinnenvereinigung« ausgetrocknet werden soll, so wie die angeblich auch »über Österreich hinaus bekannte« Zeitschrift mit dem vielsagenden Titel »anschläge«.
Der Freitag versucht eine Einschätzung der Großwetterlage: »Die antifeministische Propaganda der Rechten in den USA und in Europa trägt also Früchte und wirkt existenzgefährdend für Projekte, die ohnehin immer unter prekären Bedingungen gearbeitet haben«, heißt es da.
Gearbeitet hätten diese Projekte gegen »rechtspopulistische Restaurationsfantasien mit ihrer normativen Heterosexualtität und kleinfamilialen Ideologie« und der Freitag findet, »Was sie (gemeint sind die besagten Projekte) an Aufklärung über Geschlechterungleichheit, Bewusstseinsbildung über Geschlechterrollen und Anstößen für Gesetzesinitiativen in die Gesellschaft getragen haben, kann gar nicht hoch genug veranschlagt werden.«
Aber muss es auch bezahlt werden? Von wem? Muss es von denen bezahlt werden, die darin keine »Aufklärung« sehen, sondern lediglich den Versuch einer Neu-Etikettierung bekannter Sachverhalte, die keineswegs in aufklärerischer, sondern eher in böswilliger, zänkischer, gegenaufklärerischer Absicht daherkommt?
Der Freitag überlegt sogar, ob nicht eine neue Chance für den Feminismus gerade darin besteht, dass er sich frei macht von den Geldzuwendungen durch den Staat, die – so mutmaßt jedenfalls der Freitag – dem Feminismus sowieso nicht unbedingt gutgetan und ihn »zahmer« und »angepasster« gemacht habe.
Sie überlegen das zwar, glauben aber selber nicht daran: »Aber ob sich der radikale Widerstandsgeist wieder entzünden ließe, wenn dem Feminismus die ökonomische Basis entzogen würde, ist eine Überlegung, die wir lieber nicht dem Realitätstest aussetzen sollten.«
Dieser Realitätstest wird nun kommen.


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