»Parallelgesellschaften, politischer Islam und Radikalisierungstendenzen haben in unserem Land keinen Platz«, hatte Kurz, wie die Welt berichtet, schon vor ein paar Tagen mitgeteilt. Er wollte prüfen, ob Moscheen geschlossen und Imame ausgewiesen werden müssten. Innenminister Herbert Kickl hatte gesagt, dass derzeit bei 40 muslimischen Geistlichen konkret überprüft würde, ob in ihren Fällen gegen das Verbot der Auslandsfinanzierung verstoßen worden sei. In zwei Fällen stünde bereits fest, dass Imame ausgewiesen würden.
Vizekanzler Heinz-Christian Strache hatte dazu gesagt: »Wir stehen erst am Anfang«. Im Visier der Behörden seien derzeit 60 der insgesamt 260 Imame in Österreich. Bei den Imamen im Visier der Behörden handelt es sich um Geistliche der »Türkisch-Islamischen Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich«. Das meldet der focus. Die tagesschau gab nun bekannt, dass Österreich am Freitag die Ausweisung von möglicherweise bis zu 40 Imamen und die Schließung von insgesamt sieben Moscheen angekündigt habe.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan reagierte erwartungsgemäß erbost auf die angekündigte Schließung von Moscheen. Dies führe die Welt zu »einem neuen Kreuzzug«, sagte er. Zugleich kündigte er, wie n-tv berichtet, nicht näher beschriebene Konsequenzen an.
Er sagte: »Ihr macht so etwas, und wir sitzen tatenlos herum? Das bedeutet, dass auch wir einige Schritte unternehmen«. Der Sprecher des türkischen Präsidenten hatte zuvor kritisiert, die Entscheidung Wiens verstoße gegen Minderheitenrechte und spiegele – Achtung: es folgt der dreifache Fluch, der heute bei so einer Gelegenheit ausgesprochen wird – die »islamophobe, rassistische und diskriminierende Welle« in Österreich wider.


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