Alexanderplatz ist "Kriminalitätsschwerpunkt"

Erneut Messerstecherei in Berlin

Am Fernsehturm ist es erneut zu Gewaltszenen mit drei Verletzten gekommen. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, da die Polizei Übersetzer benötigt. Leider ist durch den Vorfall deutlich geworden, dass sich die größere Polizeipräsenz am Alexanderplatz nicht auswirkt.

Freie Welt

Die Morgenpost berichtet, dass trotz der vielen Polizeieinsätze die Gewalttaten am Alexanderplatz nicht weniger geworden sind. Der Alexanderplatz ist weiterhin Kriminalitäts-Schwerpunkt. Allein im vergangenen Jahr kam es zu etwa 600 Gewaltdelikten wie Körperverletzungen, Raubüberfällen, Bedrohungen und Freiheitsberaubungen. Das heißt, dass die Polizei dort täglich zwei Straftaten registriert.

Deshalb hatte die Polizei seit 2012 ihre Präsenz auf dem Platz und den angrenzenden Bereichen verstärkt. Dennoch: Insbesondere in Sommernächten kommt es immer wieder zu Zusammenstößen rivalisierender Gruppen.

Die Morgenpost fasst es zusammen: 481 der Gewaltdelikte am Alexanderplatz waren im vergangenen Jahr Körperverletzungen. In 62 Fällen ging es um Nötigung und Bedrohung, 51-mal um Raub. Vergewaltigung, Mord und Totschlag wurden dreimal regis­triert.

In Erinnerung geblieben ist der tödliche Angriff auf den damals 20-jährigen Jonny K. im Oktober 2012. Damit war der Alexanderplatz endgültig zu einem der Kriminalitätsschwerpunkte in Berlin geworden.

Die Berliner Polizei entschied sich daraufhin für den Einsatz eines so genannten Kontaktmobils am Alexanderplatz. Das ist ein mit Polizisten besetzter Bus, der tagsüber und an den Wochenenden sogar nachts im Einsatz ist.

Nun soll der Einsatz von Elektroimpulsgräte getestet werden, die bisher lediglich auf Spezialeinheiten der Polizei beschränkt waren.

Zunächst bleibt die bittere Bilanz, dass der erhöhte Polizeieinsatz auf dem Alexanderplatz nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat. Die Kriminalität bleibt. Und steigt.

Sven von Storch

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