»Die Flüchtlingskosten sind ein deutsches Tabuthema«, schreibt die Neue Zürcher Zeitung. Sie lassen sich nur schwer beziffern – obendrein ist kein Ende abzusehen. In anderen Texten aus der Schweiz wird sogar von einer »heiligen Kuh« gesprochen. Man mag dennoch spekulieren.
Das geschieht auch. Auf philosphia perennis ist ein Gastbeitrag von Dr. Viktor Heese veröffentlicht, in dem vorgerechnet wird, dass die Renten um 15 % steigen könnten, wenn die »Asylkosten«, wie sie in dem Artikel genannt werden, nicht wären. Zwar scheinen die Senioren Grund zum Jubeln zu haben, weil ab 2019 eine Steigerung der Rentenbezüge um 3,9 % zu erwarten ist, doch das ist viel zu wenig. Heese sieht darin einen Versuch der Politik, möglichst »gönnerhaft« zu wirken und bei den Wählern zu »punkten«.
Und um davon abzulenken, dass die deutsche durchschnittliche Nettoaltersrente (nach Pflege- und Krankenversicherung) gerade mal 819 Euro beträgt und damit nicht sehr weit von der Armutsgrenze entfernt ist, die für Einzelpersonen bei 960 Euro liegt.
Heese gibt die Asylkosten mit 30 Milliarden Euro an (er bezieht sich dabei auf Angaben aus der Neuen Zürcher Zeitung). Würde man das Geld in die Rente stecken, könnten die Beträge um 15 % steigen – und das »dauerhaft«, wie er meint. Er fragt: »Warum wird dieser Fakt so wenig politisch genutzt? Warum gibt bei uns es keine Rentnerdemos, wie in anderen Ländern?«
Vielleicht sieht es nur auf dem ersten Blick so aus. In der NZZ wird vom Rheingold-Institut berichtet, das auf Tiefeninterviews spezialisiert ist, und das in Deutschland ein Beben unter der Oberfläche beobachtet haben will, wie es das vorher in dieser Heftigkeit noch nie feststellen konnte. Es heißt, dass es »unter dem Firnis der ökonomischen Zufriedenheit gewaltig brodelt und rumort«.


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