Seither wird vermehrt von blutigen Unruhen, von Vertreibungen, Morden, Massenvergewaltigungen und von Folter durch die Soldaten berichtet – etwa in der Zeit und der kleinezeitung aus Österreich, die von einem "schleichenden Völkermord" spricht. Die Spirale aus Diskriminierung und Radikalisierung dreht sich weiter, ein Ende ist nicht in Sicht.
Die jüngste Gewaltwelle hat Zehntausende Menschen in die Flucht getrieben. Die Internationale Organisation für Migration schätzt, dass rund 18.000 Rohingya über die Grenze nach Bangladesch geflüchtet sind, viele ertrinken bei einem Fluchtversuch.
In Bangladesch sind die Flüchtlingen nicht willkommen Die Regierung in Dhaka hält die Mitglieder der Rohingya-Minderheit von der Einreise ab, während die Vereinten Nationen das Land zur Grenzöffnung für die Verfolgten drängen. Viele versuchen nun eine Flucht in das weit entfernte Malaysia.
Zum Hintergrund: Die Briten hatten unter ihrer Herrschaft Bengalen in "Hinterindien", wie es damals genannt wurde, umgesiedelt. Die ansässigen Buddhisten haben das als feindliche Maßnahme gesehen, mit der lokale Strukturen unterminiert werden sollten. So erklärt es Bernt Berger, Myanmar-Experte der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin.
Weiter führt er aus: "Der Großteil der gebildeten Oberschicht ist der Meinung, dass sich die Rohingya in Myanmar gar nicht hätten ansiedeln dürften. Und dadurch hätten sie auch kein Recht hier zu leben".
Myanmar – früher Birma – ist ein Land, in dem die buddhistische Lebensweise besonders stark ausgeprägt ist. Der Konflikt mit den zugezogenen Muslimen im Grenzgebiet schwelt schon lange. Die Hoffnung der Muslime, dass sich ihre Situation nach dem Ende der Militärdiktatur und der Machtübernahme durch die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi verbessern würde, hat sich nicht erfüllt. Auch Suu Kyi weigert sich, den Rohingya mehr Rechte zuzugestehen und nennt sie "Terroristen".
Die Berichterstattung zu dem Thema ist in vielen Fällen auf Seiten der Rohingya, die als unterdrückte Minderheit dargestellt werden, nicht als aggressive Muslime, die hier "bloody borders" schaffen, also blutige Grenzen. Gemeint sind damit die Grenzen, bis zu denen die Ausbreitung des Islams reicht.
Aktuell meldet n-tv, dass sich die Türkei und Indonesien einschalten, Hilfsgüter senden und Druck auf die Regierung in Myanmar ausüben. Zu dem, was als "Hilfsgüter" bezeichnet wird, gehörten in vergleichbaren Situationen früher immer auch Waffen und Ausbilder. Zu befürchten ist, dass sie das Gebiet der Rohingya als Brückenkopf für eine islamische Expansion nutzen, so dass nicht nur ein "Völkermord" droht, sondern auch die Etablierung eines neuen islamischen Herrschaftsgebietes.


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