Genau genommen muss man sagen, dass Türkisch für die erste bis dritte Klasse neu angeboten wird. Denn ein solches Angebot gab es bisher schon. Doch nun wurde es neu gestartet – mit neuem Personal.
Bisher war der Unterricht vom türkischen Generalkonsulat übernommen worden, mit Lehrern, die extra dazu von der Erdogan-Regierung entsandt wurden. Doch es hatte zunehmend Beschwerden gegeben. Es hatte nicht nur Sprachunterricht gegeben.
Eltern beklagen nach Berichten des rbb und der Berliner Zeitung, diese Art von Unterricht sei teilweise „erzkonservativ, nationalistisch und reaktionär“. Sie sprachen sogar von "Indoktrinierung" durch die Lehrer.
Die so genannten Konsulatslehrer hatten allein in Berlin an 150 Schulen Türkisch-Unterricht erteilt. Sie nutzten die Räume an staatlichen Schulen, wurden dabei aber nicht kontrolliert. Nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei im Juli 2016 hatte die AKP-Regierung zehntausende Lehrer gegen Erdogan-treue Kräfte ausgetauscht, die im Sinne von Erdogan unterrichteten.
Deshalb hatte Maja Lasic (SPD) den Unterricht neu konzipieren lassen. Nun soll es mehr um „Sprache und Heimatkunde gehen“. Das berichtet jedenfalls die Morgenpost. Bildungssenatorin Sandra Scheeres erklärte, dass mit dem Türkisch-Unterricht auch ein Signal für Familien mit Migrationshintergrund gesetzt werden solle, dass ihre Herkunftskultur und -sprache auch in Deutschland geschätzt werde.
Dass die deutsche Sprache an den Schulen geschätzt würde, kann man nicht unbedingt sagen.


Add new comment