20 Islamisten enttarnt. 60 weitere Fälle werden geprüft

Wird die Bundeswehr unterwandert_

Es sollte einen nicht wundern: Terroristen versuchen, die Bundeswehr zu unterwandern. Doch ihr Verhalten fällt auf. Der militärische Geheimdienst meldet, dass bereits 20 Islamisten enttarnt wurden. Ein Erfolg für den Geheimdienst. Zugleich ein Hinweis auf die Bedrohungslage.

Freie Welt

Die tagesschau meldet, dass der Militärische Abschirmdienst (MAD) schon 20 Islamisten enttarnt hätte und weitere 60 Verdachtsfälle verfolge. In letzter Zeit waren immer wieder Bewerber aufgefallen, die einen Verpflichtungswunsch von nur wenigen Monaten äußerten und sich ausdrücklich für eine intensive Waffen- und Geräteausbildung interessierten.

Der tagesspiegel weist darauf hin, dass die Terrormiliz Islamischer Staat gezielt um Kämpfer mit militärischen Kenntnissen wirbt. Wer am Dschihad interessiert sei, sollte schießen lernen, heißt es in den einschlägigen Quellen, er sollte sich mit Waffen vertraut machen - auch bei der Bundeswehr. Denn da wird nach der Aussetzung der Wehrpflicht händeringend nach Freiwilligen gesucht.

Darüberhinaus versucht der tagesspiegel, das Problem in einer erzählerischen Darstellung anschaulich zu machen und stellt Ferhat Alhayiroglu vor, er ist Hauptfeldwebel – und er ist Moslem. »Er spürt das Misstrauen seiner Kameraden.«

Dafür zeigt der tagesspiegel Verständnis und stellt sich vor, wie es in einer gemischten Truppe zugehen könnte und malt sich folgenden Dialog aus:

»Sag mal, wie würdest du eigentlich reagieren«, fragt ihn da einer aus seinem Trupp. »Ich meine: Du bist doch Moslem - darfst du überhaupt auf Moslems schießen?«

Doch es handelt sich hier nicht nur ein Problem des inneren Zusammenhaltes in der Truppe. Es geht um die Sicherheitslage und um das Vertrauen der Deutschen in ihre Bundeswehr.

Das Handelsblatt meldet, dass schon im August bekannt war, dass die Bundeswehr seit 2007 bereits 24 aktive Soldaten als Islamisten eingestuft und 19 davon wieder entlassen hatte. Die restlichen 5 hatten das Ende ihrer Dienstzeit ohnehin erreicht. 30 ehemalige Soldaten sind nach Erkenntnissen des MAD nach Syrien und in den Irak ausgereist.

Neu ist das Problem also nicht. Neu ist, dass jetzt vermehr darüber berichtet wird. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat inzwischen für jeden zukünftigen Bewerber für den Soldatendienst eine Sicherheitsüberprüfung vorgesehen.

Ob es das Vertrauen wieder herstellt?

Sven von Storch

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