Krieg der Kopftücher geht weiter

Wirbel um Kopftuch-Eklat an der Universität Würzburg

An der Universität Würzburg war es am Mittwoch zu einem Eklat gekommen, der sofort weite Kreise gezogen hat. Eine Studentin war von der Professorin aufgefordert worden, ihr Kopftuch abzulegen. Sie tat es nicht. Es gab Proteste. Die Professorin gibt nach.

Freie Welt

Die Professorin Müller-Brandeck-Bocquet hatte vor Beginn ihrer Politik-Vorlesung alle Studenten dazu aufforderte, ihre Kopfbedeckungen abzunehmen. Damit hatte sie speziell die männlichen Studenten mit Baseball-Kappen angesprochen. Als eine muslimische Studentin als einzige ihr Kopftuch nicht ablegen wollte, habe die Professorin – so jedenfalls die ersten Berichte – die Studentin auf die Gleichbehandlung von Männern und Frauen hingewiesen.

Nach anderen Darstellungen soll sie die Muslimin direkt aufgefordert haben, ihr Kopftuch abzulegen. Es hatte sogleich lautstarke Wortwechsel gegeben, einige Studenten verließen aus Protest die Vorlesung, die jedoch nach kurzer Unterbrechung fortgesetzt wurde.

Die Professorin Müller-Brandeck-Bocquet hatte bei der Auseinandersetzung als Argument die Trennung von Kirche und Staat angeführt. Die türkischstämmige Studentin wiederum, die versicherte, das Kopftuch freiwillig zu tragen, habe argumentiert, dass Deutschland eine Demokratie mit gesetzlich verankerter Religionsfreiheit sei.

Die Meldung rauschte durch den Blätterwald. Beispielhaft sei hier nur auf die Augsburger Allgemeine und auf den Stern verwiesen.

Müller-Brandeck-Bocquet selber erklärte zu dem Vorfall: »Seit vielen Jahren pflege ich in meinen Vorlesungen die Zuhörer um die Abnahme von Kopfbedeckungen zu bitten, als Zeichen des Respekts vor einer universitären Einrichtung und vor mir als vortragender Professorin.«

Die Studentin wiederum wirft der Professorin Respektlosigkeit vor, wie die Huffington Post meldet. Die meldet außerdem – wie auch der Kölner Stadtanzeiger –, dass sich die Professorin entschuldigen will. Wie die Pressestelle der Universität mitteilte, möchte sich die Professorin bei der Studentin persönlich in aller Form entschuldigen. Sie werde das auch in der nächsten Vorlesung ansprechen.

Die Hochschulleitung weist darauf hin, dass es keine Vorschriften oder Richtlinien gebe, nach der das Tragen eines Kopftuches nicht erlaubt sei. Ein Verständnis für unterschiedliche Kulturen und Nationalitäten gehöre vielmehr zum Leitbild der Universität.

Während also auf der einen Seite aus Gründen der »Neutralität« Kreuze entfernt werden (erinnert sei hier an die Vorfälle um Lidl), wird andererseits aus »Verständnis« ein Vormarsch des Kopftuches als religiöses Symbol gefördert.

Sven von Storch

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