Zu denen, die das Kopftuch verharmlosen und die religiöse Bedeutung herunterspielen und uns damit etwas aufbinden, als wollten sie uns etwas vor die Augen binden, damit wir es nicht mehr richtig erkennen, gehören u.a. die Bundeszentrale für politische Bildung, dazu gehört evangelisch.de und Wikipedia. Auch der Spiegel spricht sich neben anderen Mainstream-Medien deutlich gegen ein Kopftuchverbot aus. Kritik am Kopftuch wird sogar als Rassismus verurteilt.
Auf philosophia perennis wurde in dem Zusammenhang an die Wahlkampfkampagne von Michael Müller erinnert, bei der das Kopftuch als wünschenswertes Symbol für ein farbenfrohes und weltoffenes Multi-Kulti und als Stellungnahme gegen Hass und Ausgrenzung hingestellt wird. Zu Unrecht: »Diese Kampagne ist absolut am Thema vorbei!“, hießt es. „Nicht die Gesellschaft schließt Frauen mit Kopftuch aus, sondern Frauen mit Kopftuch schließen sich zu meist von der Gesellschaft und dem gemeinsamen öffentlichen Leben selbst aus, da sie klar signalisieren, dass sie sich ausgrenzen wollen, ja sogar müssen.«
Wie aber ist die offizielle Lehrmeinung zum Kopftuch? Auf philosphia perennis wird dazu Al-Azhar, eine führende Autorität, zitiert, der auf Sure 24:31 verweist. Da heißt es:
»Und sag zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham hüten, ihren Schmuck nicht offen zeigen, außer dem, was (sonst) sichtbar ist. Und sie sollen ihre Kopftücher auf den Brustschlitz ihres Gewandes schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen, außer ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denen, die ihre rechte Hand besitzt, den männlichen Gefolgsleuten, die keinen (Geschlechts)trieb (mehr) haben, den Kindern, die auf die Blöße der Frauen (noch) nicht aufmerksam geworden sind.«
Es lassen sich noch andere Belege finden, die zeigen, dass der Hijab Teil des systematischen islamischen Unterdrückungsrechts der Frau gegenüber ist. Wir erleben einen Rückfall hinter die Liberalisierung, die einst von Kemal Attatürk vorangebracht wurde. Das Kopftuch steht für eine Gesellschaftsform, die wir in Europa nicht mehr unterstützen sollten, weil sie all den in den letzten Jahrhunderten mühsam erkämpften Freiheitswerten zuwiderläuft. Während Frauen im Iran versuchen, sich von der Kopftuch-Pflicht zu befreien, werden hierzulande Bemühungen forciert, die das Kopftuch als Normalität nahebringen wollen.
Dabei werden wir getäuscht von Leuten, die es besser wissen.


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