Die Welt hat zu dem Thema ein Interview mit Diana Henniges, Gründerin des Vereins »Moabit hilft!« veröffentlicht. »Die Flüchtlinge kommen vor allem aus Pakistan, Afghanistan und dem Iran«, erklärt sie. Seit 2016 ist ihr das Problem bekannt. In den Kälteperioden spitzt es sich zu, immer dann, wenn die jungen Menschen einen Schlafsack oder eine warme Jacke brauchen, denn »die Prostitution im Tiergarten ist oft mit Obdachlosigkeit verbunden«.
In der Situation entsteht ein Modell, bei dem Kost und Logis mit sexuellen Dienstleistungen verbunden sind, die in den Bereich Zwangsprostitution fallen, aber nicht verfolgt werden. Henniges sagte: »Mir ist bekannt, dass minderjährige Flüchtlinge Zimmer in Vierer- oder Fünfer-WGs angeboten bekommen und dann dort leben – für sexuelle Gegenleistungen.«
Berlin ist ein Pflaster, wo das gut möglich ist. Das »Cruisen« im Tiergarten – d.i. Ausschau halten nach Gelegenheiten für schnellen Sex – gehört zu einer Stadt wie Berlin, die sich selbst gern als »sexy« sieht.
Der Verein versucht zu helfen, kann aber nur geringe Erfolge verzeichnen, wenn er sich an die Behörden wenden. Das hat mehrere Gründe. »Es ist sehr oft der Fall, dass ein Flüchtling nicht mehr aussagen möchte, obwohl er zuvor etwas anderes gesagt hat«, erklärt Henniges. Das ist verständlich: Die Flüchtlinge befinden sich in einer Zwangslage.
Sie sind von den Tätern abhängig – »und natürlich haben sie dann auch Angst«, heißt es weiter. Es gibt noch einen Grund, den Henniges sieht: Die Flüchtlinge »haben das Vertrauen in die Behörden verloren«.
Vielleicht haben sie es sowieso nie gehabt.
Es gibt noch einen Grund: Es handelt sich um eine Form von Zwangsprostitution, von der Jungen und junge Männer betroffen sind. Die Frauenpolitik wirkt seit Jahrzehnten darauf hin, alle Hilfsgelder exklusiv Mädchen und Frauen zukommen zu lassen. Jungen gehen leer aus.


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