Neuerdings hängt in der betroffenen Lidl-Filiale in Dolceaqua ein neues, großflächiges Bild, das die Kirche, die zunächst ohne Kreuz gezeigt gezeigt worden war, deutlich erkennbar mit Kreuz präsentiert. Der Direktor von Lidl-Italien hatte dazu extra den Bürgermeister zu einem Fototermin eingeladen und bei der Gelegenheit von einem »Versehen« gesprochen. So meldet es katholisches.info.
Dennoch bleibt offen, ob das Unternehmen wirklich von seiner antichristlichen Strategie abrückt. Es war schließlich kein Einzelfall. Zunächst waren Kreuze auf Abbildungen von griechischen Kirchen verschwunden (siehe auch: hier, hier und hier).
Es hatte teilweise heftige Proteste gegeben. Dem Konzern wurde »Kulturfälschung« und »Kulturbarbarei« vorgeworfen. Der katholische Erzbischof von Prag, Kardinal Duka, hatte, wie RP-online meldet, in einem Schreiben an die griechische Botschaft von einem »beispiellosen Akt« gesprochen und sich mit dem orthodoxen Griechenland solidarisiert.
Der Konzern sprach zunächst von »religiöser und politischer Neutralität«, die man einhalten wolle. Lidl-Österreich entschuldigte sich und gab bekannt: »Hier ist ein Fehler passiert«.
Auch aus der Politik hatte es Rückmeldungen gegeben: Wer Kreuze aus Landschaftsfotos herausretuschiere, der stehe nicht für Vielfalt, sondern für »Selbstaufgabe«, schrieb der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Spahn auf Twitter, wie Computer-Bild meldet.
Auf Noktara.de hatte sich auch Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime auf Anfrage gemeldet und gesagt: »Ernsthaft??? Das interessiert keinen einzigen Muslim, ob da ein Kreuz auf dem griechischen Käse abgebildet ist oder nicht! Und seit wann muss ein Supermarkt neutral sein??? Diese bescheuerte Aktion ist eine überflüssige Steilvorlage für Islamhasser. Als nächstes wird noch sinnlos über ein Kopftuchverbot von Kassiererinnen diskutiert! Als hätten wir keine wichtigeren Probleme in diesem Land!«
Bei den Kundenbefragungen reichen die Reaktionen von einem Lidl-Boykott: »Falls das zutrifft, werde ich diesen Laden nicht mehr betreten«, bis hin zu einem desinteressierten Abwinken: »Es gibt wohl wichtigere Dinge auf dieser Welt, die mehr Aufmerksamkeit brauchen«.
Dazu auch ein Kommentar von einer Stimme aus der Redaktion: Es mag wie ein Kampf wirken, der sich auf unterer Ebene entzündet, doch es ist zugleich ein Streit auf höchster, nämlich auf symbolischer Ebene. Es handelt sich nicht um eine Kleinigkeit, sondern um etwas Großes.


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