Übergriffe auf Zugbegleiter nehmen zu

Bahnfahren wird gefährlicher

Die Zahl der Übergriffe auf Zugbegleiter nimmt zu. Statt einer Fahrkarte wird ein Messer gezückt. Mitarbeiter der Bahn werden angepöbelt, geschubst oder mit heißem Kaffee übergossen. Das Zugpersonal ist mit Vorfällen konfrontiert, die es vor 2015 noch nicht gegeben hatte. Eine Notrufnummer soll Abhilfe schaffen.

Freie Welt

Der Gewerkschaftssekretär Marco Rafolt berichtet der Welt, dass die Zahlen von gewalttätigen Übergriffen auf Bahnmitarbeiter – d.h. auf Gewerkschaftsmitglieder – immer weiter ansteigen. "In diesem Jahr werden wir wohl einen neuen Höchststand erreichen", meint er.

2013 waren noch knapp 1199 Vorfälle registriert worden. Allein im ersten Halbjahr 2017 seien schon 1228 Übergriffe gemeldet worden. Die Gewerkschaft empfiehlt den Zugbegleitern Pfefferspray. Das berichtet auch der focus.

Die Deutsche Bahn ist von dieser Maßnahme nicht überzeugt: Eine Sprecherin erklärte gegenüber der Welt: Gewalt sei ein gesellschaftliches Phänomen, das immer mehr zunehme, weil die Hemmschwelle sinke. Außerdem sei das Sicherheitsbudget in diesem Jahr schon um zehn Millionen auf 170 Millionen Euro erhöht worden. "Für uns ist das schon ein Hoffnungsschimmer, dass wir an den richtigen Stellschrauben arbeiten".

Seit knapp einer Woche bietet man jedoch allen Mitarbeitern einen neuen Service an: Die Zugbegleiter können eine 24-Stunden-Hotline unter dem Namen "Ruf Robin" anrufen, wenn sie persönlich angegriffen wurden. Da können sie sich psychisch und rechtlich beraten lassen.

Übergriffe auf Fahrgäste haben auch zugenommen. Aber die sind in keiner Gewerkschaft.

Sven von Storch

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