Die Abfallwirtschaft der Stadtreinigung Freiburg nennt sich ASF und hat sich für ihre Internetseite ironischerweise die Parole: »Wir schaffen das weg« ausgesucht. Die Anlehnung an das Merkel-Zitat tut ihnen offenbar nicht gut. Denn just diese Merkel-Regierung hat ihnen Zustände beschert, die sie nicht mehr alleine bewältigen. Sie schaffen das – aber nicht mehr alleine. In gewisse gefährliche Bezirke gehen sie nur noch zu zweit. Sie haben in den vergangenen Wochen vermehrt Gewalt erlebt.
»Ich find’s eine Respektlosigkeit und eine Verrohung meinen Leuten gegenüber«, erklärte Michael Broglin, Chef der ASF. In kritischen Bereichen werde jetzt nur noch tagsüber und in Zweier-Teams gereinigt. »Die Reinigungsleistung geht teilweise zurück.«
Es war noch dunkel, als einer von ihnen von hinten niedergeschlagen wurde, erzählt Broglin weiter. Der Mitbareiter sei bewusstlos gewesen und musste in der Klinik eingeliefert werden. »Das ist eine neue Dimension«, erklärte er gegenüber den Badischen Nachrichten.
Es passt ins Bild. Es passt in eine Entwicklung, die eine Verrohung und einen Verfall des gesellschaftlichen Zusammenhalts zeigt, wie er gerade an solchen Fällen deutlich wird. Wir haben es mit einer neuen Dimension von Alltagsgewalt zu tun, die es früher in dem Maße nicht gegeben hat:
Wir erleben tätliche Angriffe auf Polizisten, Ärzte, Schaffner, auf Rettungskräfte, auf die Feuerwehr – nun auch auf Reinigungskräfte.


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