Manche sind auch unbenutzbar

Schüler wissen nicht, wie man eine Toilette benutzt

Dies ist der Tiefpunkt der Schulmisere. Schüler in NRW wissen nicht mehr, wie man eine Toilette benutzt. Die Stadt Köln hat nun die Stelle einer offiziellen Reinigungsberaterin für Schulklos geschaffen.

Freie Welt

Die Huffington Post spricht von »abartigen Zuständen« und schreibt: »Viele Schüler in NRW wissen nicht, wie man eine Toilette richtig benutzt.« Deshalb wurde ein Arbeitsblatt erstellt, damit die Kinder das Hochziehen der Hose und das Händewaschen nachher nicht vergessen.

»Auch einige der Kinder finden es seltsam, dass jemand kommen muss, um ihnen zu erklären, wie man die Toilette benutzt«, sagt Angela Kool, die offizielle Reinigungsberaterin für Schulklos, die inzwischen oft angefragt wird, wie der Kölner Stadtanzeiger berichtet.

In den vergangenen Jahren traf sie sich noch vorwiegend mit Schülervertretungen und Verantwortlichen einer Schule, um über Maßnahmen gegen stinkende und versiffte Toilettenanlagen nachzudenken, mittlerweile wird sie zunehmend als Nothelferin in den Unterricht geholt. Da stellt sie ihr Arbeitsblatt mit zehn Bildchen vor.

Diese Bildchen müssen die Schulanfänger in die richtige Reihenfolge bringen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Hälfte der Klasse macht dabei mehr als zwei Fehler.

Die Huffington Post schreibt weiter, dass die Bankrotterklärung der Schule mit der eindringlichen Bitte um Mithilfe der Eltern endet: »Besprechen Sie zu Hause noch einmal mit Ihrem Kind das Verhalten auf der Toilette.«

Es liegt nicht nur an den Schülern. Viele Toiletten sind bereits in einem unzumutbaren Zustand. Die Welt meldet, dass in NRW nun ein Millionenprojekt für Schultoiletten gestartet werden soll. »Die Schüler beschweren sich, weil es stinkt, und Eltern berichten, dass ihr Kind in der Schule nicht zum Klo gehen will«, sagt Martin Fey, Schulleiter einer Duisburger Grundschule.

Mithilfe des NRW-Förderprogramms, das unter dem Namen »Gute Schule 2020« läuft, sollen die Aborte saniert werden. Auch in Essen hat die Stadt ein »Schultoilettenprogramm« beschlossen und das Projekts »Hygiene als pädagogischer Auftrag« gestartet. Dabei gibt das Schulverwaltungsamt Tipps, wie funktionierende Schultoiletten sauber bleiben.

Sie suchen insbesondere nach Ideen, die kein Geld kosten. So sollen klare Regeln mit den Schülern erarbeiten werden und Toilettendienste eingerichtet werden, die den Schlüssel für die Toiletten verwalten. In manchen Schulen gibt es besonders kreative Konzepte: Da werden Arbeitsgemeinschaften gegründet, die die Toilettenräume nach eigenen Wünschen verschönern, oder das Einhalten der Regeln wird von den Lehrern mit »hausaufgabenfrei« belohnt.

Sven von Storch

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