Es kann sogar noch teurer werden. Auf bis zu 350 Euro können sich die Bußgelder bei säumigen Zahlern erhöhen. Teurer kann es auch für Beamte oder Kriminelle werden. Das meldet heise und beruft sich dabei auf Berichte in le monde.
Das offensichtliche Problem liegt darin, dass nicht richtig klar ist, was überhaupt als sexuelle Belästigung gilt. Das geht auch aus den Bestimmungen (hier französisch) nicht deutlich hervor. Da ist von »outrage sexiste« die Rede, zu Deutsch: »sexistische Beleidigung oder Schmähung«. Bisher gebräuchlich (wenn auch nicht besser) war die Formulierung »harcèlement«, die man mit »Belästigung« übersetzen kann.
Der Anstoß zur neuen Regelung kam von der Staatssekretärin für die Gleichstellung von Frauen und Männern, Marlène Schiappa. Fünf Abgeordnete haben einen Bericht zur neuen bußgeldpflichtigen Verwarnung erarbeitet. Danach sollen alle »Äußerungen, Verhaltensweisen oder druckausübende Aktionen sexistischer oder sexueller Natur im öffentlichen Raum« geahndet werden. Dazu gehört auch das Anstarren (»instistierende Blicke«, »regards insistants«) und das absichtliche Folgen einer Person, das eine beängstigende Situation schafft.
Dazu wird eine so genannte Sicherheitspolizei für den Alltag PSQ eingerichtet, die zu den Reformprojekten von Emmanuel Macron gehört.
Wozu wird es führen? Touristen, sie so aussehen, als hätten sie 90 Euro griffbereit, oder gutsituierte Franzosen, die schon länger im Land leben, können schnell erleichtert werden. Sexuelle Übergriffe, die von Männern ausgehen, denen man schon ansieht, dass sie kein Geld haben, werden deshalb nicht weniger werden.
Es ist eine hilflose Gesetzgebung, die an der falschen Stelle ansetzt und die den Ozean zwischen den Geschlechtern, wie es Kafka in seiner pessimistischen Art genannt hat, noch weiter vergrößern wird.


Add new comment