Ein paar der Flüchtlinge hatten schon mündlich zugesagt, gekommen waren sie trotzdem nicht. Klaus Eberle, der Organisator vom Willkommenscafé, zeigte sich enttäuscht: »Die Broschüre war auch nur auf Deutsch verfasst, vielleicht war das ein Fehler«, sagte er der Stuttgarter Zeitung.
Man könnte über diesen durchaus sympathischen Ansatz mit einem wehmütigen Lächeln hinweggehen, wenn sich hier nicht eine Vergeblichkeit und Hilflosigkeit offenbaren würde, die inzwischen fest zur Willkommenskultur gehört – zu einer Willkommenskultur, die ihre Unschuld verloren hat und nun vor dem Nichts steht.
Der Internationale Chor, über den die Stuttgarter Zeitung hier wohlwollend berichtet, hat nämlich alles richtig gemacht. Sie haben ein internationales Repertoire und können von sich sagen: » … niemand bietet eine solche Themenvielfalt wie wir«.
Sie meinten es gut. Sie haben es immer wieder versucht. Anfangs war ein wöchentliches Treffen vorgesehen, bei dem man miteinander ins Gespräch kommen konnte. »Irgendwann ist das Interesse daran aber gebröckelt, so dass es sich nicht mehr gelohnt hat, sich dafür jeden Dienstag zu treffen«, sagte Eberle.
Ein neues Konzept musste her: Nun lud man dazu ein, die deutsche Sprache zu üben. Aber auch dafür hält sich das Interesse in Grenzen.
Auch die Idee mit dem gemeinsamen Singen in der Kirche ging nicht auf. »Vielleicht hätte man die Flüchtlinge an die Hand nehmen und mit ihnen hierher gehen müssen«, sagte Eberle.
Dann haben sie eben das »Gemeinsame Singen mit Flüchtlingen« ohne Flüchtlinge veranstaltet und den Kanon auf die altbekannte Melodie 'Bruder Jakob' angestimmt. Der Text wurde umgeschrieben, sodass man mit seiner Hilfe ein paar Wörter Arabisch lernen konnte. Wenn die Flüchtlinge schon kein Deutsch lernen wollten, dann lernten die Schwaben eben Arabisch.
Simone Jackel, die Leiterin des Internationalen Chors, will nicht aufgeben: »Wir sind schon direkt in die Flüchtlingsheime und haben dort gesungen«. Das war offenbar erfolgreich. Nur umgekehrt funktionierte es nicht. Sie findet es schade, dass kein Flüchtling der Einladung gefolgt ist. »Aber wir müssen eben andere Wege finden«, sagt sie.
Hat jemand eine Idee?


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