Die Bild hatte schon am letzten Mittwoch berichtet, dass die Dresdner Frauenkirche im Visier der Terrormiliz IS stehe und berief sich dabei auf die Juli-Ausgabe des Magazins "Rumiyah", das unter dem Titel "Gerechte Terror-Taktiken" ein Foto der Kirche zeigte und schreibt: "Die Frauenkirche in Dresden - ein beliebter Versammlungsort der Kreuzzügler, der darauf wartet, niedergebrannt zu werden."
Dresdens Polizeipräsident Horst Kretzschmar hatte gegenüber der Bild angegeben "Ja, wir kennen das. Es besteht eine abstrakte Gefahr und wir sind darauf vorbereitet."
In den Dresdner Neuesten Nachrichten wird die Gefahr klein gehalten. Da heißt es, dass eine abstrakte Terrorgefahr grundsätzlich für ganz Deutschland bestünde und dass – so dramatisch es klingen mag – es nichts anderes bedeute, als dass ein Anschlag theoretisch möglich sei.
In der Veröffentlichung des Fotos wird kein konkreter Terroraufruf gesehen. Es handele sich eher um ein "Symbolbild". Die Stiftung Frauenkirche und das Landeskriminalamt Sachsen wollten sich zu der Thematik nicht offiziell äußern.
Der Polizeisprecher Thomas Geithner gab bekannt: "Solange wir keine konkreten Hinweise auf einen Terroranschlag haben, bleiben wir beim Standard". Die Stimmung wird zusammenfassend so beschrieben. "Dresden bleibt gelassen."
Gelassenheit herrscht auch in Köln. Allerdings ist der Kölner Dom inzwischen besser geschützt. Vier tonnenschwere Steine blockieren neuerdings die zentralen Zugänge zum Vorplatz, so dass es nicht möglich ist, mit einem Lastwagen durchzubrechen. Zusätzlich wurden weitere Blockaden errichtet. Auch hier wird beschwichtigt. "Der Dom schützt seine Besucherinnen und Besucher selber", sagte Stadtdechant Robert Kleine in der Frankfurter Allgemeinen, als wären keine weiteren Hilfen nötig.
Offenbar tun wir uns mit der Vorstellung schwer, dass religiöse Konflikte auch heute noch gewalttätige Formen annehmen können. Einen Religionskrieg halten wir für unwahrscheinlich und erkennen nicht, dass er möglicherweise bereits angefangen hat. Uns erscheint die religiöse Dimension als relativ bedeutungslos, so als wäre sie nur Teil eines Problems, das wir verharmlosend "Flüchtlingskrise" nennen. Damit erscheint es uns als etwas, das schnell vorübergeht und nur ein besseres Krisenmanagement nötig hätte.


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