Besonders vor Frauen und Kindern wird gewarnt

Die Terrormiliz IS bringt den Krieg nach Deutschland

Der Islamische Staat verliert den Krieg – und bringt ihn nach Deutschland. Warnungen vor Heimkehrern aus IS-Gebieten sind nicht neu. Doch gerade jetzt gelten sie umso mehr, weil die Terrormiliz fast komplett aus Syrien und dem Irak zurückgedrängt ist und die Kämpfer nach Deutschland wollen. Dabei beobachten die Verfassungsschützer mit besonderer Sorge die Rückkehr von Frauen und Kindern.

Freie Welt

Hans-Georg Maaßen, der Chef des Bundesamts versucht es zu erklären. Kinder sind von den Geschehnissen des Kriegs traumatisiert und sind von den Parolen verblendeter Terroristen so radikalisiert, dass man gerade in den zurückkehrenden Dschihad-Kindern ein enormes Sicherheitsrisiko sehen muss. »Damit könnte auch hier eine neue Dschihadistengeneration herangezogen werden«, sagte er in einem Interview mit Spiegel Online, von dem RTLnext hier und hier ausführlich berichtet.

Insgesamt sind nach Schätzungen von Experten seinerzeit rund 1.000 Deutsche in den Krieg nach Syrien und in den Irak gezogen. Wenn sie zurück nach Deutschland kommen, ist die Bundesrepublik verpflichtet, sie wieder aufzunehmen.

Unter den 1.000 Kämpfern sind rund 200 Frauen und 50 Kinder. Frauen sind keinesfalls zu unterschätzen. Sie sind oftmals derartig radikalisiert, wie der focus schreibt, dass man sie mit Fug und Recht als Dschihadistinnen bezeichnen kann.

Nicht nur Frauen, auch minderjährige Kinder sind für den islamischen Staat besonders wichtig. Kinder können die grausamen Machenschaften nicht hinterfragen und sind leicht zu beeinflussen: Sie nehmen schon in jungen Jahren an Hinrichtungen teil und führen die sogar selbst durch.

Ein Beispiel: Ein inzwischen 13 Jahre alter deutsch-irakischer Junge wurde im November 2016 als so genanntes ‚Terrorkind von Ludwigshafen‘ bekannt. Er hatte auf einem Weihnachtsmarkt eine Nagelbombe platziert, die glücklicherweise nicht explodierte. Er wird nun von vier Sozialpädagogen betreut, von zwei Psychologen, von einem Lehrer für Einzelunterricht sowie von einem Sicherheitsbeamten, der die Unterbringung rund um die Uhr bewacht. Es ist ein riesiger Aufwand, der mit enormen Kosten verbunden ist.

Dennoch ziehen die Behörden ein positives Fazit: »Wir haben Anlass zur Hoffnung, dass er wieder Kind sein kann«, so die Jugenddezernentin von Ludwigshafen Cornelia Reifenberg. Diese Bilanz stimme zwar positiv, jedoch handele es sich hier, wie sie meint, um einen Einzelfall.

Aktuell leben in Deutschland mehr als 700 so genannte Gefährder, also Menschen, denen die Sicherheitsbehörden einen Terrorakt zutrauen.

Alles Einzelfälle. 

Sven von Storch

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