200 Millionen verfolgte Christen weltweit

Christenverfolgung im Schatten der Debatte über das Kreuz in Amtsstuben

Im Netz macht man sich weiterhin lustig über Markus Söder und über Kardinal Marx. Im Schatten der Scherze verbirgt sich zunehmende Christenverfolgung.

Für Rainer Bonhorst ist das nur noch zum Lachen: »Markus Söder will sie überall hängen sehen. Und wer empört sich über Söders Kreuz-Zug? Die Kirche! Wirklich? Die Kirche mag die Kreuze nicht?« Er kann es nicht fassen, kann das Verhalten von Kardinal Marx einfach nicht nachvollziehen. Es kommt ihm vor, »als protestiere ein Stürmer gegen den Schiedsrichter, der ihm gerade einen Elfmeter zugesprochen beziehungsweise zugepfiffen hat.«

Das ist nur ein Beispiel von dem Spott, der sich im Netz breit macht.

Scherz beiseite. Die Lage der Christen weltweit ist dramatisch. In der Aufregung über den Sturm im bayrischen Wasserglas sollte wir nicht vergessen werden, wie es Christen in anderen Weltgegenden geht.

Deshalb erinnert Jürgen Fritz an »200 Millionen verfolgte Christen weltweit« und verweist dabei auf Berichte von Open Doors.

»Am schlimmsten aber soll die Situation von Christen im kommunistischen Nordkorea bestellt sein, wo rund 300.000 Christen ihren religiösen Glauben im Verborgenen leben müssen. 70.000, fast jeder Vierte!, sitzen in Gulags mit Zwangsarbeit. Kaum weniger gefährdet sind Gläubige aber auch in Afghanistan, Somalia, Sudan, Pakistan, Eritrea, Libyen, Irak, Jemen und Iran.«

Das düstere Fazit von Open Doors lautet: »Die Gewalt gegen Christen ist sprunghaft angestiegen, ihre Lage hat sich dramatisch verschlechtert.«

Auch in Deutschland sieht es aktuell nicht gut aus. Deshalb hat der Blog philosophia perennis angemahnt, vor christenfeindlichen Straftaten in Deutschland nicht die Augen zu verschließen: »Das Bundeskriminalamt veröffentlichte im Februar Zahlen die belegen, dass es im vergangenen Jahr bis zu 100 Straftaten christenfeindlicher Natur gab, in mindestens einem Fall ist sogar von Mord die Rede«, heißt es. Und weiter: »Laut dem Politikbeauftragten der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), Uwe Heimowski ist das nur die Spitze des Eisberges, denn viele Opfer werden eingeschüchtert und zeigen die Straftat gar nicht erst an.«

Sven von Storch

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