Ist das der Grund für das Versagen?

Berlin ist die Stadt der Frauen

Klaus Wowereit wurde mit seinem Spruch "Berlin ist arm, aber sexy" bekannt. Spötter kommentierten das mit der Bemerkung: Er selber ist beides nicht. Nun gibt es eine neue Lachnummer. Nun ist Berlin "Stadt der Frauen".

Freie Welt

Im Netz kursiert eine kleine Sammlung von aktuellen Überschriften, die so aussieht:

Schlagzeile im Tagesspiegel

"Verwaltung als Chaos – was läuft schief in Berlin?"

Schlagzeile im Focus

"Chaos in Berliner Ämtern legendär. So sollen Missstände beseitigt werden"

Schlagzeile im Spiegel

"Behördenchaos: Failed State Berlin – Berlins Verwaltung funktioniert nicht"

Schlagzeile in der Berliner Zeitung

"’Stadt der Frauen’: in Berlins Verwaltung funktioniert die Gleichstellung"

 

Darauf sind sie stolz: "Mit Fug und Recht können wir sagen: Berlin ist eine Stadt der Frauen", sagte die SPD-Politikerin Dilek Kolat bei der Vorstellung des Gleichstellungsberichts und nannte gegenüber der Berliner Zeitung einige Zahlen:

Der Anteil der Professorinnen betrüge 31,4 Prozent (zum Vergleich im Bund: 22,7 Prozent). Es gäbe ziemlich genau so viele Richterinnen wie Richter. In der Regierungszentrale läge der Frauenanteil im höheren Dienst sogar knapp über 50 Prozent.

In vielen Bereichen sei das Ziel erreicht, so die Gleichstellungssenatorin weiter; Männer und Frauen seien zu annähernd gleichen Anteilen vertreten, aber: "Es ist noch etwas Luft nach oben."

Hadmut Danisch wundert sich über die Bezeichnung "Stadt der Frauen". Auf seinem Blog Ansichten eines Informatikers’ schriebt er: "Und wie oft muss ich das noch erklären: Frauen vertreten nicht Frauen. Nur weil eine irgendwo arbeitet, hat sie noch lange kein Mandat, die "Frauen" zu vertreten, und auch nicht die Aufgabe. Sie hat ihre Arbeit zu erledigen und nicht jemanden zu vertreten oder zu repräsentieren."

Andere finden noch deutlichere Worte: "Berlin ist eine Stadt der Frauen? Wirklich? Die kommen nicht mal auf den Gedanken, dass man gewöhnlich diejenigen, die die Verantwortung tragen, an ihren Erfolgen misst. Wenn Berlin eine Stadt der Frauen ist, dann sind es Frauen, die Berlin zu einem Failed State machen."

So heißt es auf dem Blog scheidende Geister, auf dem der ‚Schwulemiker’ zitiert wird, der schreibt: "Berlin versinkt in Scheiße, Berlin ist die Hauptstadt der Armut, Berlin ist Kriminalitätshauptstadt, die Berliner Verwaltung schafft es nicht, Baustellen sinnvoll zu planen, der BER wird nicht fertig, die Qualität des Berliner Bildungssystems ist mitleiderregend."

Das mag heftig klingen, aber zu jedem Stichwort gibt es einen Link, der die Belege liefert. Es fällt schwer, dem zu widersprechen.

So ist Gleichstellungspolitik. Sie kümmert sich um Quoten. Sie feiert sich selber. Sie rechnet Prozente aus, statt sich an reale Probleme heranzumachen. Wenn Berlin eines Tages zu Grabe getragen wird, wird sie dafür sorgen, dass gleich viel Frauen und Männer jeweils links und rechts vom Sarg stehen und statt zu trauen, ein Loblied auf die Erfolge der Gleichstellungspolitik einstimmen.

Sven von Storch

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