Als Beitrag zum internationalen Frauentag am 8. März

Kein Scherz_ Rossmann wird zur Rossfrau

Die Drogeriemarktkette Rossmann will sich in "Rossfrau" umbenennen. Zumindest bis zum achten März. Bis dahin wird sich die größte Rossmann-Filiale Europas in Hannover "symbolisch für alle Filialen in Deutschland", wie es heißt, einen neuen Namen und ein verändertes Logo geben.

Der Centaur im Logo wandelt sich zu einer Centaurin. Das rote Logo der Kette zierte bisher ein Mischwesen aus Pferd und Mensch - eben der bekannte Centaur. Bis zum Weltfrauentag trägt der jetzt einen kleinen Zopf am Hinterkopf, ein Pferdeschwänzchen, damit man erkennen kann, dass es ein weibliches Wesen sein soll. So möchte die Handelskette zum diesjährigen Weltfrauentag »alle Frauen dazu ermutigen, ihre Weiblichkeit zu feiern.«

Die Meldung machte die Runde, sie findet sich in vielen Zeitungen – z.B. hier. Viele der Zeitungen betonen, dass es sich bestimmt nicht um einen Witz handelt. Offenbar ist man in den Redaktionen einiges gewohnt, wenn es um Meldungen zum internationalen Frauentag geht.

Bei der Huffingtonpost weiß man offenbar nicht, ob man lachen oder jubeln soll. »Mit der Umbenennung des Drogeriemarktes hat Rossfrau den Feminismus in Deutschland entschieden vorangetrieben. Vor der Umbenennung von Rossmann in Rossfrau stand es um Deutschland eher traurig, wenn es um Frauenrechte ging. Frauen werden immer noch schlechter bezahlt, es gibt zu wenig weibliche Chefs und im Bundestag sitzen aktuell so wenige Frauen wie zuletzt vor 15 Jahren.«

Aber richtig ernst genommen wird das auch nicht. Denn die Begeisterung führt dazu, so schreibt die Autorin der Huffington Post, » … dass ich mir am liebsten nur noch Nagellack, Make-Up und Tampons bei Rossfrau kaufen würde. Denn genau darauf will die Drogeriemarkt-Kette mit ihrer Pseudo-Frauen-Ermutigungs-Strategie natürlich hinaus: Profit.«

So kann man auch mit kleinen Dingen, den Feministen Freude bringen. Rossmann sollte froh sein, wenn die Marke demnächst als »Rossfrau« in aller Munde ist und nicht etwa als »Rosstäuscher«. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat Rossmann nämlich gerade – wie der focus meldet – zu einer Geldbuße in Höhe von 30 Millionen Euro wegen illegale Preisabsprachen mit der Kaffeerösterei Melitta verurteilt.

Sven von Storch

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