Erfindung des Rechtsterrorismus

Fragwürdiges Gutachten macht aus Amoklauf Terror von Rechts

Etwa ein Jahr nach der Tragödie von München, als bei einem Amoklauf neun Menschen vor dem Olympia Einkaufszentrum erschossen wurden, ist nun ein Gutachten vorgestellt worden, das den Täter als "politisch rechts" hinstellen will und dazu einen "Rechtsterroristen" erfindet.

Freie Welt

Die Ermittlungsbehörden und die bayerische Staatsregierung hatten die Tat als unpolitischen Amoklauf eingestuft. Nun kommen drei Gutachter zu einer anderen Einschätzung. Davon berichtet u.a. die Süddeutsche Zeitung in großer Aufmachung. Auch die tagesschau berichtete.

Die Gutachter konzentrieren sich auf die Opfer. Der Täter, den sie David S. nennen (sein richtiger Name ist Ali David Sonboly) habe es nach ihrer Ansicht darauf angelegt, Menschen zu töten, die keine Deutschen sind. Sie sind der Meinung, dass die Opferauswahl kein Zufall war, dass der Täter nicht etwa wahllos auf Menschen geschossen hätte, sondern davon ausgegangen wäre, dass sich am Olympia Einkaufszentrum in München besonders viele Menschen mit Mirgrationshintergrund aufhalten und es dann schon die "Richtigen" treffen würde. Dass David S. selber iranische Eltern hat, spiele dabei keine Rolle.

Für die Gutachter ist ebenfalls der Termin wichtig. Das Datum ist nämlich der Jahrestag des Attentats von Anders Breivik, der allerdings im Unterschied zu David S. ein umfassendes Manifest verfasst um, um seine Gründe darzulegen. Damit stellen die Gutachter zwei Motive vor, die sie für unterbewertet halten.

Die Schlussfolgerung der Gutachter, "Durch die Abwertung von Migranten habe er sich als "echter Deutscher" beweisen können", ist skandalös:

Nicht nur dass die Gutachter dem Amokläufer eine kriminelle, rechte Gesinnung unterstellen, sie unterstellen gleichzeitig, dass es dafür in einer Szene von "echten Deutschen" Zustimmung gäbe.

Kurz: Das Gutachten beschwört eine rechte Gefahr, es tut so, als gäbe es "echte Deutsche", die sich klammheimlich freuen, wenn ein Ausländer ermordet wird, als wären "echte Deutsche" eine Art Verbrecherbande, in der man Mitglied wird, wenn man selber ein Verbrechen begeht und damit eine Ausnahmeprüfung besteht.

"Wer bezahlt, bestimmt". Unter dieser Überschrift betrachtet ScienceFiles den Fall und berichtet, dass die Fachstelle für Demokratie der Stadt München einen "mindestens fünfstelligen" Betrag aufgewendet hat, um drei Gutachter zu bezahlen, die für ihre voreingenommene Betrachtungsweise bekannt sind. Einer von ihnen ist Angestellter der Amadeu-Antonia-Stiftung.

Es heißt in dem Gutachten: "Dass S. keine Verbindung zu rechtsextremen Gruppen pflegte, sei kein Beleg, dass er kein Terrorist sei".

Hier findet eine bemerkenswerte Verdrehung statt: Ein Terrorist zeichnet sich nämlich gerade dadurch aus, dass er in Verbindung zu einer Gruppe handelt und einerseits von einem engen Kreis von Mittätern unterstützt wird und andererseits von einem weiten Kreis von Sympathisanten und dass er möglicherweise Verbindungen zu Regierungen hat, die bei der Beschaffung von Waffen helfen und im Notfall Asyl gewähren. Wenn das alles nicht der Fall ist, kann man nicht von einem Terroristen sprechen.

Dafür haben wir nun einen neuen Begriff: den Rechtsterroristen. Wieder einmal wurde die Parole ausgegeben, dass die wahre Bedrohung von Rechts kommt.

 

Sven von Storch

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