Wenn wir später zurückblicken auf eine goldene Zeit, in der der Strom tatsächlich aus der Steckdose kam, werden wir sagen: Am Anfang waren die Radiowecker. Damit fing es an. So wird es uns in einem Artikel auf der Achse des Guten erzählt. Was fing an? Warum gingen die Uhren falsch?
Es fing die bittere Zeit an, in der wir uns daran gewöhnen mussten, dass unsere Stromversorgung nicht mehr sicher ist. Vielleicht schmunzeln wir jetzt noch über die Radiowecker, die wir für nicht so wichtig halten, aber sie sind die ersten Anzeichen eines »schleichenden Aushöhlungsprozesses unserer elektrischen Versorgungssicherheit«.
Von den Radioweckern wird es auf komplexe Maschinensteuerungen und Prozessleittechnik übergreifen und die Betreiber von Anlagen, die auf Netzsicherheit angewiesen sind, wird es veranlassen, in ein sicheres Drittland auszuwandern oder wieder zurückzukehren zu einer Netzversorgung, wie wir sie vor der Energiewende kannten.
Das Netz wird derzeit nicht mehr „frequenzstabil“ gehalten. Auf heise.de wird das erklärt: Der Ausfall der Radiowecker entsteht, weil wir uns auf 50 Hz Netzfrequenz nicht mehr so recht verlassen können, auch wenn wir uns »noch« im ungefährlichen Bereich bewegen, wie man uns zusichert. Einige, zum Glück »noch« nicht über Leben und Tod entscheidende Geräte verweigern unter solchen Bedingungen jetzt schon den Dienst. Je mehr unser Netz abhängig wird von Sonne und Wind, je mehr wir also mit Schwankungen rechnen müssen, desto größer ist die Gefahr, dass die Frequenz nicht stabil bleibt.
Falls es sogar zu einem Stromausfall – zu einem Blackout – kommt, dann sind die Folgen nicht absehbar. Hadmut Danisch schreibt auf seinem Blog: »Neulich gab es in Berlin Stromausfall. Sogar einige Male. Die Feuerwehr konnte nicht mehr ausrücken, weil sie da erst gemerkt haben, dass man die Tore der Feuerwache ohne Strom nicht öffnen kann.«
Die tagesschau hatte von dem Dorf Waanrode, 50 Kilometer östlich von Brüssel, berichtet. Da war es passiert: Die Uhren hatten verrückt gespielt. In dem Fall war es auf Umbaumaßnahmen eines Transformatorenhauses der örtlichen Elektrizitätswerke zurückzuführen. Man hatte einen Stromgenerator hinzugefügt und die elektrische Spannung angepasst, damit der Generator nicht kollabiert, wenn plötzlich die Solaranlagen anspringen.


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