Ermittelt werden die Zahlen für jeweils eine Woche. Die Ergebnisse werden dann auf ein Quartal hochgerechnet. Die Zahlen sind so detailliert, dass man beispielsweise sehen kann, dass im niedersächsischen Suhlendorf 2 Leute die FAZ, 4 die Süddeutsche und 435 die Allgemeine Zeitung (das dortige Lokalblatt) gekauft haben.
Wie sieht es in Berlin aus? Die Bilanz für Berlin ist bitter. Der Verkauf der Tageszeitungen ging insgesamt um 7,8% zurück. Der Bericht auf meedia versucht, es positiv zu sehen. Positiv ist, dass sich der Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren etwas abgeschwächt hat. Na, wenn das keine Erfolgsmeldung ist! Zwischen den Jahren 2014 und 2016 betrug das Minus noch 15,8%.
Der Tagesspiegel liegt an der Tabellenspitze im Berliner Zeitungsmarkt: 86.894 Zeitungen wurden pro Tag verkauft. Das ist eine der wenigen positiven Ergebnisse. Der bisherige Marktführer BZ rutschte dagegen erstmals unter die 100.000er-Marke auf nur noch 79.605 verkaufte Exemplare. Das entspricht einem Minus von 20,7%. Das ist viel. Bitter sieht es auch für den Berliner Kurier aus mit einem Rückgang von 14,4%.
Fünf Lokalzeitungen liegen vorne in Berlin. Als erster überregionaler Titel folgt – wenig überraschend – die Bild. Da sieht es auch nicht gut aus. Mit einem Minus von 9,7% erging es Bild etwas weniger schlecht als der BZ und dem Berliner Kurier. Welt und Süddeutsche büßten mehr als 10% ein.
Hier nun eine Übersicht:
Tagesspiegel: + 6,8%, BZ - 20,7%, Berliner Zeitung - 8,7%, Berliner Morgenpost - 3,0%, Berliner Kurier - 14,4%, Bild - 9,7%, Welt - 13,1 %, Süddeutsche Zeitung - 11,4%, Frankfurter Allgemeine - 2,9%, Handelsblatt +35,6%, Neues Deutschland -16,7% Leipziger Volkszeitung + 1144,7%
Wie das gigantische Plus der Leipziger Volkszeitung, das tatsächlich völlig unverhältnismäßig wirkt, zustande gekommen sein soll, ist allen schleierhaft.


Add new comment