Die Auflage der taz ist zu 90% Altpapier

Das Ende der Print-Medien steht bevor

Die Tageszeitung taz, die besonders laute und lästige Stimme der aufmüpfigen und geschmacklosen Linken und Ganzlinken, hat das Ende ihrer Existenz als gedrucktes Blatt angekündigt. Weitere Blätter werden folgen.

»Das Zeitalter der gedruckten Zeitung ist zu Ende«, verkündete Vorstandsmitglied Karl-Heinz Ruch. Die taz würde möglicherweise bald nicht mehr als tägliche Printausgabe erscheinen. So meldete es jedenfalls die Zeit. Auf heiseonline werden krasse Zustände benannt: Zeitungen würden am frühen Morgen an die Kioske ausgeliefert, um am Abend zu neunzig Prozent wieder als Altpapier dort eingesammelt zu werden.

Das sollte man sich noch einmal auf der Zunge zergehen lassen: neunzig Prozent der gedruckten Auflage wird als Altpapier wieder eingesammelt. Schon aus Gründen des Umweltschutzes, der bei der taz besonders groß geschrieben wird, wäre hier dringend Einhalt geboten.

Ruch verkündete weiterhin: »Der Journalismus lebt im Netz weiter«. In dem Punkt sollte er allerdings nicht so sicher sein. Der Umzug der Printmedien ins Netz hat nämlich bis jetzt nicht richtig funktioniert. Das weiß Ruch und er ist sich auch nicht sicher. Er rief die Mitarbeiter und Teilhaber der taz dazu auf, Ideen für den Übergang zu entwickeln. In anderen Worten: Sie haben noch keine Idee.

Hadmut Danisch, der bekannt dafür ist, deutliche Worte zu finden, hat das Ende schon seit längerer Zeit kommen sehen. Es liegt nicht nur am technischen Fortschritt und am Netz. Er hat seine eigene Einschätzung: »Ich habe eher den Eindruck, dass das ganze Prinzip der Belehrungsschwätzer gegen die Wand gefahren ist«, schreibt er auf dem Blog Ansichten eines Informatikers:

»Man schimpft zwar immer auf die Social Media und nennt sie alle Amateure, Fake-Newser, Faktenschänder, aber die Realität ist einfach, dass außerhalb der Redaktionen viel mehr Hirn existiert, als innerhalb. Und in dieser schon schwierigen Situation hat die Presse auch noch Selbstmord begangen, indem sie sich selbst mit Dummen, Bekloppten und Ideologen angereichert hat, die eigenen Leser und Kunden beschimpft, vor den Kopf gestoßen, beleidigt, beschimpft und wie Kleinkinder zu erziehen versucht hat, und sich in einer Situation höchster Konkurrenz und miserabler eigener Position selbst zum Kotzbrocken gemacht hat.« 

Dafür ist die taz ein gutes Beispiel. Es wird aber auch andere Printmedien genauso treffen. Danisch dazu: »Vermutlich wird es aber zu einem lawinenartigen Einsturz des Zeitungssystems kommen. Fängt der erste an, machen die anderen sofort mit, weil die alle auf defizitären Bereichen sitzen und ihnen finanziell der Kittel brennt. Das Ende ist eröffnet.«

 

 

Sven von Storch

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