SPD bleibt bei radikal feministischer Politik

Andrea Nahles besteht weiterhin auf Überwindung der Männer

Frauen sollten mehr Spitzenpositionen in der Partei einnehmen und weiter daran arbeiten, das Männliche zu überwinden. Neue Äußerungen von Andrea Nahles offenbaren wie armselig und zurückgeblieben die Programmatik der SPD ist.

Der Vorwärts veröffentlichte neue programmatische Äußerungen, die Andrea Nahles im Rahmen eines Debattencamps vorgetragen hat. »Die SPD wird nur dann erfolgreich sein, wenn sie es Frauen leichter macht, Spitzenpositionen in der Partei einzunehmen«, erklärte Nahles. Wie kommt sie darauf?

»Nicht weil ich glaube, dass Frauen alles besser machen oder die bessere Menschen seien«, schreibt sie. »Sondern weil ich überzeugt bin, dass Frauen eine wertvolle Perspektive und einen eigenen Zugang zu Themen haben, von denen die gesamte Partei profitiert. Unsere Vielfalt ist unsere Stärke! Denn nicht umsonst heißt es in unserem Grundsatzprogramm: "Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden."«

In diesem Satz ist jedoch die Botschaft enthalten, dass Frauen die besseren Menschen sind - schlimmer noch: dass Männern das Menschliche fehlt. Der Satz ist gleich in dreierlei Hinsicht falsch.

Erstens: Es gibt keine »männliche Gesellschaft«. Das ist ein falscher Begriff, eine unzulässige Verallgemeinerung. In einem Grundsatzprogramm darf so etwas nicht vorkommen. Es gibt Gesellschaften, in der männliche Lebensentwürfe enthalten sind und eine bedeutende Rolle spielen, aber keinesfalls kann das, was hier unscharf als »männlich« gemeint ist, eine Gesellschaft allumfassend prägen. Damit würde auch der Anteil der Frauen an der Gestaltung der Gesellschaft auf Null gerechnet. Nur eine vereinfachende, totalitäre Denkweise – und die feministische Denkweise ist eben genau so eine Denkweise – kann so einen Satz hervorbringen.

Zweitens: Die Gegenüberstellung »männlich« und »menschlich« besticht zwar durch Alliteration, sie spricht jedoch den Männern die Menschlichkeit ab. Der Satz ist ein Musterbeispiel für gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Die Gruppe (die in diesem Fall nicht einmal eine echte Gruppe ist, sondern nur ein klischeehaftes Feindbild) besteht aus »Männern«, denen keine Menschlichkeit zugestanden wird.

Das steht da so. Es ist kein Versehen. In feministischer Rhetorik finden sich sogar noch mehr Beispiele so einer misandrischen Grundhaltung. Dass so etwas ins Grundlagenprogramm der SPD gelangt, nimmt der Partei das menschliche Antlitz.

Drittens: Das »Überwinden« ist bedrohlich. Wenn es denn so sein sollte (wie der Satz unterstellt), dass wir in unserer Gesellschaft eine Großgruppe haben, die ihre menschlichen Qualitäten nicht voll zur Geltung bringen kann – warum hilft man den Mitgliedern dieser Gruppe nicht? Warum versucht man nicht, sie zu integrieren? Warum werden sie überwunden? Das kann nur bedeuten, dass man Männer als nicht fähig zur Entwicklung menschlicher Eigenschaften ansieht. Denn dann würde man sie fördern und nicht etwa überwinden. Überwunden werden Feinde, mit denen kein friedliches Zusammenleben möglich ist.

Der Spruch steht tatsächlich nicht »umsonst« im Grundsatzprogramm der SPD. Die SPD hat einen hohen Preis dafür gezahlt. Sie haben etwa die Hälfte ihrer Mitglieder verloren und die Hälfte ihrer Wählerstimmen. Es sind dramatische Verluste von historischem Ausmaß. Ihre Frauenquote können sie nur deshalb mit viel Ach und noch mehr Krach einigermaßen erfüllen, weil viel mehr Männer als Frauen ausgetreten sind.

Der Verfall der SPD ist tatsächlich bei so einem Grundsatzprogramm wohlverdient.

Sven von Storch

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