Das bringt uns der Familiennachzug

Die Rückkehr der Hausmädchen und der feinen Damen

Eine neue Studie zeigt, dass der Familiennachzug für Deutschland ein Gewinn sein kann. Er bringt jedoch ein ungleiches Gesellschaftsmodell, das an alte Tage erinnert, in denen es eine Herrin gab, die über verschiedene Mägde verfügte.

Freie Welt

Das Nürnberger ‚Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung’ (IAB) ist eine Forschungseinrichtung der Bundesanstalt für Arbeit. Ihre Aufgabe besteht darin, die Öffentlichkeit über relevante, neue Forschungsergebnisse zu informieren und der Politik unabhängig Rat zu erteilen.

Was haben sie nun der Politik geraten? Sie haben eine Studie erstellt. Darin steht: Migrantinnen würden erfahrungsgemäß besonders häufig in der Kinderbetreuung, der häuslichen Altenpflege oder der klassischen Hausarbeit arbeiten und könnten damit einheimische Familien entlasten.

Anders gesagt: Frauen aus Migrantenfamilien, die durch den Familiennachzug geholt werden sollen, werden uns bereichern. Sie werden auf dem Arbeitsmarkt als Pflegekräfte gebraucht und werden die deutschen Frauen entlasten, so dass sie sich leichter für ein Kind entscheiden können.

»Zuwanderung beeinflusst das Arbeitsangebot der einheimischen Frauen«, heißt es in der Studie. Damit tragen sie dazu bei, den »Entscheidungsdruck von einheimischen deutschen Frauen abzumildern«, wenn die sich zwischen Karrieren und Kind entscheiden zu müssen.

Die IAB-Analyse wurde erstellt von Emanuele Forlani, Elisabetto Lodigiani, Concetto Mendoliccho und Parvatio Trübswetter. Die Namen klingen italienisch. Kein Wunder. Entstanden ist die Studie in Zusammenarbeit mit italienischen Universitäten. Ihr Fazit lautet: »Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Anwesenheit von Zuwanderern sich sowohl auf das Arbeitsangebot als auch auf die Fertilitätsrate insbesondere von mittelqualifizierten einheimischen Frauen positiv auswirkt.«

In der FAZ, die von der Studie berichtet, heißt es zustimmend: »Migrantinnen entlasten Familien«. Da heißt es: »Steigt der Anteil der Zuwanderinnen an der Bevölkerung beispielsweise um 10 Prozent, nehme die Wahrscheinlichkeit, dass deutsche Frauen länger als 30 Stunden arbeiten, um 0,9 Prozentpunkte zu – von 53 auf 53,9 Prozent.«

Und weiter: »Auch steige die Wahrscheinlichkeit, dass die Frauen ein Kind bekommen. Zudem wenden sie selbst weniger Zeit für die Betreuung ihrer Kinder und für Hausarbeit wie Waschen, Kochen und Putzen auf.«

Alexander Wallasch fragt sich allerdings in seinem Artikel auf Tichys Einblick, der »Frauentausch« überschrieben ist: Wie paradox ist es, wenn die mehrfache Mutter (was Migrantenfrauen oftmals sind) der Einzelkindmutter in Deutschland die Kinderbetreuung abnimmt, damit diese dann eine Vollzeittätigkeit nachgehen kann – möglicherweise sogar als Erzieherin in einer Kindertagesstätte, in der sich dann die Kinder der bei dieser Erzieherin angestellten Migrantin aufhalten müssen?

Er malt das Szenarium weiter aus: Der kleinen Anna und dem kleinen Fritz kann man dann später erzählen: »Du bist auf die Welt gekommen, nicht weil sich Papa und Mama so lieb hatten, sondern weil es genug Migrantinnen gab, die sich um Dich kümmerten, während deine Mama und dein Papa das Geld verdienen gingen, um u.a. dann diese Migrantinnen zu bezahlen, deren eigene Kinderschar von Mama in einer staatlichen Einrichtung betreut und dort selbstverständlich vorbildlich erzogen wurde.«

Mehr Migrantinnen führen also zu einer Wiederauflage des Modells: Herrin und Magd. Oder wie es unter Spöttern heißt: Frauen beuten Frauen aus. So also werden die Zustände sein, auf die wir uns schon freuen können. 

Sven von Storch

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