Heute Tagung »Rettet unsere Industrie«

Shellenberger_ Deutschlands vielgerühmtes Image für Umweltschutz nachhaltig beschädigt

Ab 14 h findet heute in Hamburg die Tagung »Rettet unsere Industrie« statt, veranstaltet von der Akademie Bergstraße und der Initiative Rettet unsere Industrie. Zu Gast sind u.a. Prof. Fritz Vahrenholt, Prof. Werner Patzelt und der US-Umweltexperte Michael Shellenberger, Autor von »Apokalypse Niemals!«, der eine Videobotschaft beisteuert.

»Angesichts des freien Falls der mittelständisch geprägten deutschen Industrie, mit Bedrohung von Arbeitsplätzen und des Wohlstands für alle, u.a. aufgrund von Inflation und Energiekrise, veranstalten die Akademie Bergstraße und die Initiative ‚Rettet unsere Industrie‘ am 19. Januar 2023 im Grand Elysée in Hamburg eine hochkarätig besetzte Tagung mit dem Titel ‚Rettet unsere Industrie‘, schreiben die Veranstalter.

»Deutsche Staats- und Regierungschefs sagten, ihr Land brauche kein Atom- oder Erdgas, weil sie sich zu 100 % auf erneuerbare Energien verlassen könnten. Seitdem sind sie gezwungen, einen riesigen Bagger einzusetzen, um Wälder und Dörfer zu zerstören, um im Tagebau  an die schmutzigste Form von Kohle heranzukommen«, schreibt Shellenberger auf Twitter.

»Besorgte Bundesbürger treffen sich in Hamburg, um auf die Bedrohung ihrer verarbeitenden und chemischen Industrie durch die Energiekrise aufmerksam zu machen«, so Shellenberger. »Ihr Schlachtruf lautet ‚Rettet unsere Industrie!‘«

Die Veranstaltung finde nur wenige Tage statt, nachdem Tausende Deutsche gegen die Ausweitung des Kohlebergbaus protestiert haben, eine wirtschaftliche Notwendigkeit angesichts der hohen Erdgaspreise und des anhaltenden Krieges der deutschen Grünen gegen die Atomenergie, schreibt Shellenberger.

»Es ist schwer, sich jetzt daran zu erinnern, aber Deutschland galt bis vor kurzem als Vorreiter bei der Klimarettung. Jetzt sind sie gezwungen, auf der Suche nach Kohle die Landschaft mit riesigen Maschinen zu zermalmen, die ganze Dörfer und Wälder verschlingen. Deutschlands vielgerühmtes Image für Umweltschutz ist damit nachhaltig beschädigt«, so Shellenberger.

Es stelle sich die Frage, »wie lange die deutsche Industrie die hohen Energiepreise überstehen kann.« In den letzten Wochen habe es viel Optimismus gegeben, weil der Januar ungewöhnlich warm ausgefallen war und es daher nicht so viel Erdgas brauchte, um den Winter zu überstehen, so Shellenberger. Trotzdem sei der Kohleverbrauch in Deutschland aktuell auf einem Rekordhoch.

»Fachleute rechnen damit, dass der Verbrauch des fossilen Brennstoffs 2022 erstmals über acht Milliarden Tonnen liegen wird und damit etwa 1,2 Prozent höher als im vergangenen Jahr, so die Tagesschau am 16.12. »Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2013 werde damit übertroffen.«

Deutschland bleibe abhängig von der Kohle, weil es bis auf drei alle Kernkraftwerke abgeschaltet habe, und Erdgas teuer bleibe. Höhere Energiepreise hätten den Energieverbrauch in Deutschland 2022 um fast 5 % gesenkt, aber eine stärkere Nutzung von Kohle und Öl hätte alle Emissionsminderungen zunichte gemacht.

»Was ist mit den erneuerbaren Energien? Warum haben sie das ausgebliebene russische Gas nicht wettgemacht?« fragte Shellenberger süffisant.

Hier geht’s zum Livestream 'Rettet unsere Industrie‘ (ab 14 h)!

 

 

 

 

Sven von Storch

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