In seinem Enthüllungsartikel zum Tathergang der Nord Stream Sprengung vom 8.2.2023 schilderte Hersh, wie der oft verwirrt wirkende US-Präsident am 7.2.2022 bei einer Pressekonferenz mit Scholz im Weißen Haus (Foto) die Vorbereitungen für eine Sprengung der Nord-Stream Pipelines vielleicht aus Versehen ausgeplaudert hatte:
»Wenn Russland zum Beispiel mit Panzern und Truppen die Grenze zur Ukraine überquert, wird es Nord Stream 2 nicht mehr geben« sagte Joe Biden auf eine Frage der Reuters-Korrespondentin im Weißen Haus Andrea Shalal.
Shalal: »Aber wie genau machen Sie das? Das Projekt ist unter der Kontrolle Deutschlands.«
Biden: »Ich verspreche Ihnen: Das werden wir schaffen.«
»Mehrere an der Planung der Pipeline-Mission beteiligte Personen waren bestürzt über die ihrer Meinung nach indirekten Anspielungen auf den Angriff«, so Hersh unter Berufung auf seine Geheimdienstquellen. »Es war, als würde man eine Atombombe in Tokio auf den Boden legen und den Japanern sagen, dass wir sie gleich zünden werden«, so Hershs Quelle. »Der Plan sah vor, die Optionen nach der Invasion auszuführen und nicht öffentlich bekannt zu geben. Biden hat es einfach nicht kapiert oder ignoriert.«
Während die beteiligten CIA-Planer entsetzt über Bidens Ausrutscher waren, schien sich der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz jedoch überhaupt nicht daran zu stören.
Dabei ist es aufschlussreich, sich die Antwort von Kanzler Scholz auf Shalals Frage nochmal Revue passieren zu lassen.
Bundeskanzler Olaf Scholz: »Schönen Dank für Ihre Frage. Ich will sehr klar sagen: Wir haben uns intensiv darauf vorbereitet, dass wir die notwendigen Sanktionen konkret ergreifen können, falls es zu einer militärischen Aggression gegen die Ukraine kommt. Es ist ja notwendig, dass wir das tun, damit auch vonseiten Russlands klar verstanden wird, dass es harte, weitreichende Maßnahmen geben wird. Es gehört dazu, dass wir nicht alle auf den Tisch legen, weil es notwendig ist, dass auch vonseiten Russlands verstanden wird: Da könnte noch viel mehr passieren, als sie sich vielleicht selber ausrechnen. Aber es ist gleichzeitig klar, dass wir gut vorbereitet sind. Es werden weitreichende Maßnahmen sein.
Wir werden sie gemeinsam mit unseren Alliierten ergreifen, auch gemeinsam mit den USA. Wir werden alle notwendigen Schritte ergreifen. Sie können sicher sein: Es wird auch keine Maßnahmen geben, bei denen wir unterschiedlich agieren, sondern wir werden einheitlich und zusammen auftreten.
(auf Englisch) Vielleicht ist das auch eine gute Gelegenheit, dass wir uns an unsere amerikanischen Freunde wenden. Wir stehen vereint. Wir unternehmen alle notwendigen Schritte, und alle von uns tun das gemeinsam.«
Andrea Shalal: »Werden Sie heute diese Verpflichtungen eingehen, Nord Stream 2 zu beenden?«
Präsident Joe Biden: »Wie ich bereits gesagt habe: Wir stehen da zusammen. Wir sind hier absolut einer Meinung. Wir unternehmen die gleichen Schritte. Wir werden eine harte Reaktion gegenüber Russland fahren.«
Es sei noch nicht klar, ob der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz »im Voraus über die Zerstörung der Pipelines informiert war oder nicht«, so Hersh in seinem neuen Artikel über die Vertuschungsaktion durch deutsche und amerikanische Mainstream-Medien und Geheimdienste. »Seit letztem Herbst« sei Scholz jedoch »eindeutig an der Vertuschung der Operation der Regierung Biden in der Ostsee beteiligt«, so Hersh.
Die Mitglieder der CIA-Planungsgruppe hätten keinen direkten Kontakt zum Weißen Haus gehabt und wollten daher herausfinden, ob der Präsident es ernst meinte mit dem, was er mit Scholz gesagt hatte, d. h. ob die Mission nun genehmigt war, so Hersh. »Die Quelle erinnerte sich: ‚(CIA-Chef) Bill Burns kam zurück und sagte: Macht es.«


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