»Der Fall Kabuls bedeutet neues Blut für den weltweiten Dschihad. Die Auswirkungen werden auf der ganzen Welt zu spüren sein. Wir müssen verstehen, dass die islamische Mentalität ein Nullsummenspiel ist. Für jeden Gewinner gibt es einen Verlierer. Wenn das Christentum und die 'Kreuzfahrer' verlieren, gewinnt der Islam. Sie sehen immer einen Zusammenhang zwischen dem, was im 10. Jahrhundert passiert ist, und dem, was heute im 21. Jahrhundert passiert«, so Kedar.
»Der Islam schreitet nach dieser Weltsicht unaufhaltsam voran, Land für Land, Kontinent für Kontinent, bis zur Welteroberung. Das Ziel ist die 'Eroberung Roms', also Europas. Nachdem sie 1453 Konstantinopel erobert haben, Sitz des Oströmischen Reiches und der Orthodoxen Kirche, marschieren die Islamisten jetzt auf Rom, dem Sitz des Weströmischen Reiches und des Katholizismus. Diese Sprache hören wir immer wieder deutlich von radikalen Islamisten.«
Kabul ist nur ein Schritt auf dem Weg zur Weltherrschaft
»Dabei ist Kabul ist nur ein Schritt auf dem globalen Weg zur Weltherrschaft. Die Dschihadis sehen sich jetzt bestätigt, dass ihr Weg der richtige ist. Sie denken, sie haben jetzt die westliche Kultur besiegt, verkörpert durch Amerika, das die westlichen Werte in der islamischen Welt verbreiten wollte. Es geht nicht nur darum, ein Land oder ein Volk zu erobern, sondern die kulturelle Hoheit zu erlangen.«
Als nächstes komme es in Kabul zum Kampf zwischen den Taliban und dem Islamischen Staat, so Kedar. »Ich glaube, die Taliban werden gewinnen, weil sie stärker in der afghanischen Stammeskultur verwurzelt sind. Das Land Afghanistan gibt es ja gar nicht. Das ist nur ein Name, den die Briten dieser Region gegeben haben. Es gibt ja auch keine afghanische Sprache.«
Die Taliban werden nach den Erfahrungen der Invasion vermutlich vorsichtiger sein, Al-Qaida gegen Amerika zu unterstützen, so Kedar. »Der 11. September war das Pearl Harbor der islamischen Welt: Sie haben den schlafenden Riesen Amerika geweckt. Aber der Islamische Staat hat immerhin die Niederlage in Syrien und im Irak überlebt. Es ist jetzt keine bloße Organisation mehr, sondern eine Idee, und die gibt es im Sinai, in Nigeria, in Libyen, im Jemen, den Philippinen, in Khorasan ... Sie werden versuchen, das zu benutzen.«
Der Geburtendschihad und die Eroberung des Westens
»Der Dschihad ist nicht nur ein militärischer Krieg, sondern allgemein eine 'Große Anstrengung'. Er umfasst sowohl den militärischen als auch den wirtschaftlichen Dschihad: So wie WM-Gastgeber Katar Islamisten im Nahen Osten wie die Hamas finanziert. Dann gibt es einen Medien-Dschihad, wie zum Beispiel Al Dschasira. Es gibt den politischen Dschihad, bei dem Islamisten in die europäischen Parlamente einziehen, um diese Länder von innen heraus zu unterwandern. Und dann gibt es den Dschihad der 'Hegira', den Geburtendschihad. Das sehen wir heute in Italien deutlich: Die größte Moschee Europas steht in Rom, und was sie auf den Straßen Frankreichs tun, Kirchen verbrennen und Priester angreifen, oder Massengebete im Freien abhalten. Sie stärken damit den Islam auf Kosten anderer Kulturen. Es gibt einen Koranvers, der lautet: 'Allah ist mit den Geduldigen'.
Europa, erklärt Kedar, ist die ultimative Beute: »Beim Geburtendschihad geht es um die Eroberung Europas durch (meist illegale) Einwanderung von Menschen mit einer höheren Geburtenrate als die europäischen Völker. Dann sehen wir so etwas wie die Pflicht zu Halal-Essen an Schulen im Westen, die Versuche, Kirchenglocken zum Schweigen zu bringen, oder und die Einführung der Schariah im öffentlichen Raum in Einwanderervierteln Westeuropas. Wir müssen aufwachen, begreifen, was los ist, und die notwendigen Schritte ergreifen, bevor es zu spät ist.«
Wir müssen aufwachen, bevor es zu spät ist
Der Fall Kabuls am 15. August 2021 wird in der islamischen Welt jahrzehntelang im Geedächtnis bleiben, so Kedar. »Muslime haben ein langes historisches Gedächtnis. Der 11. September wurde nicht von ungefähr als Datum für den Angriff auf New York gewählt, denn am 11. September 1683 wurden die türkischen Armeen vor den Toren Wiens besiegt. Seit diesem Tag ist der Islam auf dem Rückzug vor dem Vormarsch des Westens. Der 11. September wurde ausgewählt, um diesen Vormarsch des Westens zu beenden.«
Im Juni 1983 erinnerte Papst Johannes Paul II. in einem Interview mit dem ORF an das Heldentum des polnischen Königs Jan Sòbieski, der sich Herzog Karl von Lothringen anschloss, um Wien zu befreien: »Wir werden der Schicksalsstunde gedenken, als vor genau 300 Jahren die Stadt Wien dank der gemeinsamen Anstrengungen des Christentums vor der drohenden Eroberung gerettet wurde ... Dieses sehr wichtige Ereignis mahnt die Christen von heute an ihre gemeinsame Verantwortung gegenüber Europa.«
Welcher Papst, Intellektueller oder Politiker würde heute eine solche Rede halten, ohne sich nicht nur eine islamische Fatwa, sondern auch eine westliche Exkommunikation wegen Islamfeindlichkeit zuzuziehen?
Giulio Meotti ist italienischer Journalist bei Il Foglio. Dieser Beitrag erschien zuerst bei Israel National News. Übersetzung: Freie Welt.


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