Bannon geht mit Europa hart ins Gericht

Ihr seid keine Verbündeten der USA mehr!

Trump-Berater Steve Bannon hat in einem aufsehenerregenden Interview mit GB News heftig mit den europäischen Verbündeten abgerechnet. Europa müsse in Zukunft alleine mit der russischen Armee klarkommen, so Bannon, während sich Amerika mehr um ihre Hemisphäre kümmere und dem Pazifik zuwende.

Im Gespräch mit Steven Edginton des konservativen britischen TV-Senders GB News hat Medienmacher und Trump-Vordenker Steve Bannon über Trumps Zölle gesprochen und dabei die Alliierten in Europa, vor allem Deutschland, massiv kritisiert.

Edginton sprach Bannon darauf an, dass Trumps Zölle sich nicht nur gegen die  Kommunistische Partei Chinas richten, sondern auch gegen die eigenen Verbündeten – »die Europäische Union, Großbritannien, Kanada.«

Bannon reagierte scharf und sagte, er sei »beleidigt«, dass der Interviewer die Europäer als »Verbündete« Amerikas bezeichnet.

»Die europäischen Eliten sind Totalversager«

»Verbündete sollten Leute sein, die gemeinsam zusammenstehen«, so Bannon. »Die europäischen Eliten« seien dagegen »Totalversager.«

»Ich war derjenige in der ersten Trump-Regierung, der als Bittsteller auftreten musste, um die Europäer zu fragen, ob Sie bitte so nett sein würden, ihren NATO-Beitrag von zwei Prozent zu bezahlen, die ihr nach eurem Eindringen in die Ukraine 2014 zugesagt habt, als ihr erkannt habt, dass ihr einen ziemlichen Kampf vor euch habt.«

Wie Donald Trump scheint Bannon also die Verantwortung für den Ukraine-Konflikt und den Maidan-Putsch 2014 von Amerika den Europäern in die Schuhe schieben zu wollen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, damals deutscher Außenminister, war am Maidan-Umsturz beteiligt, genauso wie der heutige polnische Außenminister Radek Sikorski – jedoch auch amerikanische Neokonservative wie Victoria Nuland, Joe Biden und John McCain.

»Nur die Briten die Polen« würden ihren Verteidigungsbeitrag in der NATO leisten, so Bannon. »Wenn man sich vor allem die Deutschen oder die Italiener anschaut« seien die europäischen Verbündeten »schrecklich«, so Bannon.

»Wenn man sich genau anschaut, wohin das Verteidigungsbudget geht, geht es nicht in Kriegsmaterial oder in Manöver. Es geht in Renten, in Frauengleichstellung oder Klimawandel. Klimawandel ist das große Ding. Eure Beitragszahlen sind alle gefälscht«, so Bannon.

»Ihr seid seit Ewigkeiten keine Verbündeten der USA mehr«, so Bannon. »Ihr könnt euer Gewicht nicht tragen. Wenn man die Vereinigten Staaten heute militärisch aus Westeuropa herausnehmen würde, würde das Ganze völlig zusammenbrechen. Das ist völlig inakzeptabel.«

»Die Menschen in Westeuropa müssen begreifen, dass eure Eliten keine Verbündeten der USA sind. Ihr nennt euch Verbündete? Im Roten Meer haben wir derzeit zwei Flugzeugträgerkampfgruppen. Das sind etwa 24.000 Seeleute, die Luftangriffe auf die Houthis durchführen, um das Rote Meer offen zu halten, den Suezkanal offen zu halten, den Handel nach Europa aufrechtzuerhalten, damit eure Preise nicht explodieren.«

Im Roten Meer seien momentan aus Europa lediglich ein britischer Zerstörer, eine französische Fregatte und eine italienische Korvette im Einsatz, obwohl 40% des europäischen Handels durch den Suezkanal geht und nur 3% des Amerikanischen, so Bannon.

»Ihr nehmt eure eigene Verteidigung nicht ernst. Wie können wir euch also ernst nehmen?«, so Bannon. »Ihr seid keine Verbündeten. Ihr benehmt euch nicht wie Verbündete. Was ihr tut, ist, euch zu beschweren und zu jammern, wenn die USA sagen: »Hey, schaut, wir können das nicht ewig machen. Wir haben ein Billionen-Dollar-Verteidigungsbudget und müssen das Verteidigungsbudget kürzen. weil wir jedes Jahr ein Zwei-Billionen-Dollar-Defizit haben«.«

»Die russische Marine ist unser Problem. Aber die russische Armee ist euer Problem.«

Europa müsse »das Signal verstehen«, das Präsident Trump mit seinen Vorschlägen aussendet, Grönland militärisch näher an die USA zu binden.

»Das Signal ist nämlich: Die russische Marine ist unser Problem. Aber die russische Armee ist euer Problem.«

In Grönland gehe es nicht um seltene Erden oder Rohstoffe, so Bannon, sondern um die Verteidigung der Kette Grönland-Island bis zur Atom-U-Boot-Basis in The Cylde in Schottland, um das Eindringen russischer U-Boote vom Nordmeer kontrollieren zu können, so Bannon.

Trumps Grönland-Vorstoß sende »eine starke Botschaft, dass wir 80 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg nun über die hemisphärische Verteidigung der Vereinigten Staaten nachdenken werden. Dies hat massive Auswirkungen auf Europa«, so Bannon.

Als die Deutschen 2017 in Washington zu Besuch kamen, traf sich Bannon mit Angela Merkels Nationalem Sicherheitsberater Christoph Heusgen, (heute scheidender Chef der Münchener Sicherheitskonferenz), dem er vorhielt, Deutschland erfülle seinenNATO-Beitrag von 2 % nicht.

»Und weil Präsident Trump ein Businessman ist, ein Immobilienmensch, verlangte er die säumige Miete«, erinnerte sich Bannon. »Ihr seid vier Jahre im Rückstand, das heißt, ihr schuldet 50 Milliarden Dollar. Er hatte fast einen Herzinfarkt«, so Bannon.

»Er (Heusgen) fing an zu stottern und Deutsch zu sprechen.« Heusgen habe Bannon erklärt, dass dies aufgrund der Schuldenbremse im deutschen Grundgesetz nicht möglich sei. Aber nun habe Deutschland die Schuldenbremse eben doch geändert, »weil diese Versager seit 80 Jahren ihre Verteidigung nicht bezahlt haben.«


Die Europäer seien für Amerika »keine Verbündeten«, so Bannon, sondern höchstens »Koalitionspartner.«

»Wir wollen euch nicht als Vasallenstaaten«

»Wenn sie wollen, dass die NATO weiter besteht, und ich meine, die amerikanischen Bürger davon überzeugen, dass es sich lohnt, in der NATO zu bleiben, müssen die Eliten Europas sich am Riemen reißen und sagen: Also gut, wir werden echtes Geld in unser Militär stecken, damit wir mehr als zwei Kampfdivisionen haben.«

Die Trump-Bewegung glaube an Europa und den gemeinsamen christlich-jüdischen Werte, so Bannon. »Aber wir wollen euch nicht als Vasallenstaaten.«

»Am allerersten Tag, als ich im Weißen Haus ankam und anfing, alle Geheimdokumente durchzusehen, habe ich gesagt: Ihr seid ein Protektorat, genau wie Saudi-Arabien und die Golfstaaten. Aber das entspricht nicht eurem großen kulturellen Erbe. Es ist nicht in unserem Sinne, dass ihr ein Protektorat seid, das von den Eliten des Atlantic Council und des Atlantic Magazine regiert wird.«

Amerika werde sich in Zukunft Asien und dem Pazifik zuwenden, so Bannon, denn Amerika sei im Grunde ein Pazifik-  und kein Atlantikstaat mehr.

»Dieser riesige Pazifik ist der Puffer, ist der Schutz der Vereinigten Staaten, wenn man diese Marinestrategie Trumps verfolgt. Wenn wir Stützpunkte in Grönland bekommen, kümmern wir uns um die See, aber die russische Armee ist im Grunde euer Problem. Wir werden für euch da sein, aber wenn ihr Europäer einen Krieg mit Russland haben wollt, viel Spaß dabei, klar? Wir haben ja gesehen, wie Stalingrad und Kursk ausgegangen sind. Also nur zu.«

 

 

Collin McMahon ist Autor von George Soros‘ Krieg, Der Zensurkomplex und Trump gegen den Deep State. Sein neues Buch „Unterwanderung“ mit Irfan Peci erscheint im Frühjahr im Kopp Verlag.

 

 

Sven von Storch

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