»Am Freitag wurden hier (auf Taibbis Twitter-Konto) die ersten Twitter-Akten veröffentlicht. Wir wollten am Wochenende mehr davon bringen. Viele Leute wunderten sich ob der Verzögerung.« Es stellte sich nun heraus, so Taibbi, dass der Twitter-Anwalt und Ex-FBI- Justiziar James Baker die Herausgabe der Akten steuerte, ohne Wissen des neuen Chefs Elon Musk.
Musk hatte Matt Taibbi und die Ex-New York Times Redakteurin Bari Weiss geholt, um die Twitter-Interna zu durchforsten. »Nach der ersten Tranche wurde es allerdings kompliziert«, so Taibbi. »Bari Weiss entdeckte, dass die Herausgabe der Akten in Händen von einem gewissen ‚Jim‘ lagen. Als sie ‚Jims‘ Nachnamen erfragte, war die Antwort ‚Baker‘. ‚Mir ist die Kinnlade heruntergefallen‘, so Weiss.«
Die Akten, die die beiden Journalisten erhielten, seien mit dem Vermerk »Spectra Baker E-Mails« gekennzeichnet gewesen.
Baker sei »eine umstrittene Figur«, so Taibbi. Er war seit 2016 an einigen großen anti-Trump-Aktionen des FBI beteiligt, von dem erfundenen »Steele Dossier« über angebliche russische Kontakte von Donald Trump, bis zum angeblichen »direkten Draht« der Trump-Kampagne zur russischen Alfa-Bank. 2018 verließ Baker das FBI aufgrund einer Untersuchung um Leaks an die Presse.
Offenbar wechselte Baker im Juni 2020 dann zu Twitter, wo er grünes Licht gab, die größte Enthüllungsstory des Wahlkampfs, den Bericht der New York Post über Hunter Bidens Laptop und Joe Bidens Geschäfte mit China und der Ukraine, zu zensieren.
Elon Musk hat James Baker nun fristlos gekündigt. Musk schrieb dazu am 6.12., James Baker sei »aufgrund seiner möglichen Rolle bei der Unterdrückung von für die Öffentlichkeit wichtigen Informationen ... 'gegangen' worden«. Bakers Erklärung dazu war »nicht zufriedenstellend«, so Musk.
Die Auswertung der Twitter-Akten gehe nun weiter, so Taibbi.


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