Auf eine Pressefrage am 7. August zur Ukraine-Konferenz in Saudi-Arabien antwortete der Sprecher des US-Außenministeriums Matthew Miller: »Es finden derzeit keine Friedensverhandlungen mit Russland statt, weil Russland sich geweigert hat, sich an bedeutungsvollen Friedensverhandlungen zu beteiligen.«
Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, kritisierte Millers Aussage scharf: »Was für eine Lügnerbande! Sie wissen ganz genau, dass sie (dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr) Selenskyj im April 2022 befohlen haben, die Verhandlungen abzubrechen; dass sie im September 2022 für das Verbot von Friedensgespräche mit Russland der Kiewer Regierung gesorgt haben; und dass sie seit einem Jahr immer wieder sagen, jetzt sei nicht die Zeit für Friedensverhandlungen. Trotzdem geben sie Russland immer noch die Schuld«, schrieb Sacharowa auf Telegram:
»Natürlich besteht die Möglichkeit, dass der Sprecher des Außenministeriums nicht weiß, was sein Chef, der Außenminister, sagt. Man kann es nicht ausschließen. Aber wenn Matthew Miller das Interview seines Chefs Antony Blinken aus dem April 2023 liest, wird er verstehen, dass er entweder Spielchen treibt oder hinters Light geführt wird.«
»Für einige mag die Idee eines Waffenstillstands verlockend sein - und ich verstehe das«, sagte US-Außenminister Antony Blinken am 7.4.2023 den Zeitungen der SPD-nahen Funke Mediengruppe. »Aber wenn das darauf hinausläuft, die Eroberung beträchtlicher ukrainischer Gebiete durch Russland praktisch abzusegnen, wäre das eben kein gerechter und dauerhafter Frieden«, so Blinken. n-tv titelte »Blinken warnt vor Gesprächen zu Waffenstillstand«.
In einem Interview am 4.2.2023 sagte der ehemalige israelische Premierminister Naftali Bennett, dass es »gute Chancen gegeben hatte, eine Waffenruhe zu erreichen«, bevor westliche Mächte seine Bemühungen »blockierten«.
Am 7.3.2022, zwei Wochen nach dem russischen Überfall auf die Ukraine, reiste Bennett nach Russland, um Präsident Wladimir Putin zu treffen und zu versuchen, einen Frieden auszuhandeln, während russische und ukrainische Verhandlungsführer Gespräche in Weißrussland führten, berichtet The European Conservative.
»Beide Seiten waren sehr daran interessiert, einen Waffenstillstand zu erreichen«, so Bennett , der sowohl Putin wie Selenski im März 2022 als »sehr pragmatisch« beschrieb. Bennett behauptete, dass der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson einschritt und »für radikalere Maßnahmen plädierte«.
»Ich denke, der Westen hat eine Entscheidung getroffen, Putin weiter anzugreifen« und eine »aggressivere Herangehensweise« zu wählen, so Bennett.
Im April 2022 reiste Boris Johnson nach Kiew und argumentierte, dass »Putin ein Kriegsverbrecher ist«, der »unter Druck gesetzt werden sollte, nicht mit ihm verhandelt«, berichtete Ukrainska Pravda. »Selbst wenn die Ukraine bereit ist, einige Garantien mit Putin zu unterzeichnen – sie (der Westen) sind es nicht.«
Johnson war der Ansicht, dass der Westen nun das Gefühl hatte, dass Putin nicht wirklich so mächtig war, wie sie es sich zuvor vorgestellt hatten, und dass es eine Chance gab, ihn unter Druck zu setzen«, so die pro-westliche Ukrainska Pravda am 5. Mai 2022.
»Die russischen und ukrainischen Verhandlungsführer hatten anscheinend dien Entwurf einer Friedensvereinbarung ausgehandelt«, schrieben Fiona Hill und Angela Stent am 22.8.2022 in Foreign Affairs. »Russland würde sich auf seine Ausgangsstellung vom 23. Februar zurückziehen, als es einen Teil des Donbass und die Krim kontrollierte. Im Gegenzug Austausch würde die Ukraine versprechen, keine NATO-Mitgliedschaft anzustreben und stattdessen Sicherheitsgarantien von mehreren Ländern erhalten.«
»Es wird keine Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland geben, solange Wladimir Putin russischer Führer bleibt«, sagte der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, am 28. September 2022.
Am 4. Oktober 2022 unterzeichnete Selenskyj einen Entwurf des Ukrainischen Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats, das Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin für »unmöglich« erklärte. "Er (Putin) weiß nicht, was Würde und Ehrlichkeit sind. Deshalb sind wir bereit, einen Dialog mit Russland zu führen, aber mit einem anderen Präsidenten Russlands«, so Selenskyj.
Es scheint, dass der Westen beschlossen hat, den Krieg fortzuführen, um Putin zu schwächen und Gewinne in der Ukraine zu erreichen. Die ukrainische »Gegenoffensive« hat noch keine bedeutenden Geländegewinne erzielen können. Laut russischem Verteidigungsministerium sind seit dem beginn der ukrainischen »Gegenoffensive« am 4.6. 43.000 Ukrainer gefallen.


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