Die obersten Richter von Colorado wurden alle von demokratischen Gouverneuren ernannt, ähnlich wie in den vier anderen Prozessen, in denen Trump sich verteidigen muss. Der 14. Artikel der US-Verfassung wurde nach dem US-Bürgerkrieg verabschiedet und schließt Kandidaten aus, die sich an »Aufstand oder Rebellion« beteiligt haben.
Der 14. Verfassungszusatz bezieht sich ausdrücklich nicht auf das Amt des Präsidenten, so Kritiker. Außerdem wurde Trump wegen dem sog. »Sturm aufs Kapitol« weder angeklagt noch verurteilt. Eine monatelange Anhörung des US-Kongresses lieferte jeine justiziablen Vorwürfe gegen den Ex-Präsidenten.
Außerdem belegen die neu veröffentlichten Überwachungsvideos, wie die Demonstranten vom 6. Januar von Polizisten hereingewunken und durch das Gebäude geführt wurden. Trump war nicht am »Sturm aufs Kapitol« beteiligt und rief seine Anhänger auf Twitter dazu auf, die Polizei zu respektieren und heimzugehen. Der Tweet wurde von Twitter eingeschränkt und später gelöscht.
Die Trump-Mannschaft wird das Urteil aus Colorado vor dem Obersten Gerichtshof anfechten. Der republikanische Kandidat Vivek Ramaswamy kündigte an, solange seinen Namen vom Wahlzettel zurückzuziehen, bis Trump auch zugelassen wird, und forderte die anderen republikaníschen Kandidaten Ron DeSantis, Chris Christie und Nikki Haley auf, es ihm gleichzutun.
Die Republikanische Partei von Colorado antwortete ihm, das sei nicht nötig, da die Partei sich von den staatlichen Vorwahlen (»Primary«) zurückziehen werde und stattdesssen parteiinterne Vorwahlen (»Caucus«) abhalten werde, falls das Urteil nicht gekippt wird.
Die Trump-Mannschaft sagte dazu: »Es überrascht nicht, dass der ausschließlich von Demokraten ernannte Oberste Gerichtshof von Colorado gegen Präsident Trump entschieden hat. Damit unterstützt er das Soros-finanzierte, linksgerichtete Vorhaben einer Gruppe, sich in eine Wahl einzumischen, um den korrupten Joe Biden zu unterstützen, indem Präsident Trumps Name vom Wahlzettel entfernt wird und den Wählern in Colorado das Recht genommen wird, für den Kandidaten ihrer Wahl zu stimmen.
Wir haben volles Vertrauen darauf, dass der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten rasch zu unseren Gunsten entscheiden wird und diesen unamerikanischen Rechtsstreit endlich beenden wird.«
»Die Soros-finanzierten Demokraten werden dieses tyrannische Urteil nutzen, um uns in allen anderen 49 Bundesstaaten anzufechten,« so Trump-Mannschaft. »Der korrupte Joe Biden und die Demokraten wissen, dass sie uns an der Wahlurne nicht schlagen können. Ihr neuer Plan besteht darin, jede einzelne Trump-Stimme der USA für ungültig zu erklären, um Biden im Weißen Haus zu behalten.«
Die Klage im wichtige Wechselwählerstaat Colorado wurde von der Lobbyorganisation »Citizens for Responsibility and Ethics in Washington« (CREW) eingereicht. Die in Washington angesiedelte NGO des »Media Matters« Chefs David Brock erhielt laut Webseite 2017 bis 2021 2,85 Mio.$ von Open Society.
Moderator Tucker Carlson nannte es das »Ende der Demokratie« in den USA.
»Der 6. Januar war kein von Trump angeführter Aufstand«, so Carlson . »Keiner der Demonstranten war bewaffnet. Es gab keinen Plan, die Regierung zu stürzen. Nichts derartiges ist jemals nachgewiesen worden.«
»Vor allem führte Trump sie nicht an. Er war Kilometer entfernt im Weißen Haus, wo er zu der Zeit eine öffentliche Erklärung abgab und zur Ruhe und Gewaltlosigkeit aufrief. Also warum hat man uns im Fernsehen erzählt, dass Trump einen Aufstand angeführt hat«
Harvard-Jura-Professor Alan Dershowitz, ein Clinton-Anwalt der auch Trump verteidigt, nannte das Urteil »absurd und verfassungwidrig«.
»In den 60 Jahren, in denen ich Jura unterrichtet und praktiziert habe, habe ich noch nie eine Entscheidung gesehen, die so undemokratisch und verfassungswidrig ist«, so Dershowitz. »Es ist absurd. Die Idee, dass der 14. Zusatzartikel als Ersatz für die sorgfältig ausgearbeitete Amtsenthebungsbestimmung der Verfasser gedacht war, ist falsch. Wenn Sie einen Präsidenten des Amtes entheben wollen - wenn Sie wollen, dass er in Zukunft nicht mehr kandidieren kann, gibt es ein Verfahren dafür, die eine 2/3-Mehrheit im Senat erfordert. Die Vorstellung, dass die Verfasser des 14. Zusatzartikels beabsichtigten, diese sorgfältig ausgearbeitete Bestimmung zu umgehen und es einfach jedem Bundesstaat zu erlauben, Gründe zu erfinden, einen Kandidaten vom Stimmzettel zu streichen, ist ein Angriff auf die Demokratie.«
»Der 14. Zusatzartikel ist sehr klar«, so Dershowitz. »In Abschnitt 5 heißt es: ‚Der Kongress hat die Befugnis, durch geeignete Gesetzgebung die Bestimmungen dieses Artikels durchzusetzen.‘ Es geht eindeutig hier um den US-Kongress. Es gibt keine Bestimmung im 14. Zusatzartikel, die einem Bundesstaat oder einem Gericht in einem Bundesstaat erlaubt, sich in das Wahlrecht seiner Bürger einzumischen. Das ist eine schreckliche Entscheidung, die für Chaos sorgen wird. Wenn sie vom Obersten Gerichtshof bestätigt würde, was ich bezweifle, würde sie den Wahlprozess untergraben und zu einer Neufassung von 2020 führen, bei der das Ergebnis der Wahl, insbesondere wenn Trump verlieren würde, nicht akzeptiert würde. In diesem Fall hätte er eine rechtliche Handhabe, um die Einmischung der Gerichte bei seiner Streichung vom Stimmzettel zu hinterfragen.«
»Wir wissen nicht einmal, was ein sogenannten Aufstand ist! Trump wurde nie wegen Aufstand angeklagt oder verurteilt. Andere Leute werden sagen, dass Biden einen ‚Aufstand ‚angezettelt hat, indem er Tausende von Menschen über die Grenze kommen ließ, oder die Menschen, die an den Black Lives Matter-Demonstrationen beteiligt waren, oder die Menschen, die heute im ganzen Land gegen die amerikanische Israel-Politik protestieren. Einige von ihnen sind sozialistische Revolutionäre. Ist das auch ein Aufstand? Man muss erstmal definieren, was ein Aufstand sein soll. Das Oberste Gericht von Colorado bekommt von mir für dieses Urteil eine 4-Minus.«


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