Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, der ex-Gesundheitsminister Jens Spahn und andere Politiker nannten die aktuellen Corona-Fälle eine »Pandemie der Ungeimpften«. Diese Darstellung sei »viel zu vereinfacht«, so Prof. Dr. Günter Krampf, Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin in Hamburg und Gastdozent der Uni Greifwald, im Lancet.
Es gebe immer mehr Hinweise, dass Geimpfte »eine relevante Rolle im Infektionsgeschehen« spielen, so Krampf. In den USA wurden bis 30. April 2021 10.262 Coronafälle bei Geimpften gemeldet, von denen 2725 (26,6%) keine Symptome zeigten, 995 (9,7%) ins Krankenhaus kamen und 160 (1,6%) starben. In Deutschland waren 55,4% aller symptomatischen Coronafälle über 60 geimpft. In Münster erkrankten von 380 Geimpften oder Genesenen nach einem Club-Besuch 85 (22%) an COVID-19, so Krampf.
»Geimpfte Menschen haben ein geringeres Risiko, schwer zu erkranken, aber spielen immer noch eine relevante Rolle im Infektionsgeschehen«, so Krampf. Es sei deshalb »falsch und gefährlich« von einer »Pandemie der Ungeimpften« zu sprechen, so Krampf.
»In Deutschland und den USA sind Menschen historisch aufgrund ihrer Hautfarbe oder Religion stigmatisiert worden,« so Krampf. »Deshalb rufe ich hochrangige Politiker und Wissenschaftler dazu auf, die unangemessene Stigmatisierung der Ungeimpften zu beenden, die unsere Patienten, Kollegen und Mitbürger sind.«
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