Bei den Wahlen zur 2. Kammer, dem House of Representatives, liegen die Republikaner klar vorne, bei 210 Sitzen von 435. 33 Sitze stehen noch aus. Die Demokraten liegen aktuell bei 192 Sitzen, 218 werden für eine Mehrheit benötigt. Der bisherige Minderheitsführer im Abgeordnetenhaus Kevin McCarthy beanspruchte Mittwoch den Sieg für sich und erklärte seine Kandidatur für das Amt des Sprechers, das bisher die Demokratin Nancy Pelosi inne hatte. Pelosi hat ihre Niederlage noch nicht eingestanden. Die politische Laufbahn der 82-jährigen Nancy Pelosi dürfte damit ein Ende haben. Der Trump-Flügel der Republikaner will den moderaten Kevin McCarthy möglicherweise als Sprecher herausfordern.
Bei den Senatswahlen liegen die Republikaner momentan bei 49 Sitzen von 100 und stehen vor einem knappen Sieg, nachdem Adam Laxalt in Nevada mit 49,4% vor Amtsinhaberin Catherine Cortez Masto (47,6%) in Führung ging.
In Alaska liegt die Trump-Kandidatin Kelly Tshibaka (Foto) mit 44,3% vor der abtrünnigen Republikanerin Lisa Murkowski (42,8%), die die Amtsenthebung von Donald Trump unterstützt hat und deshalb von ihrer eigenen Partei in Alaska gerügt wurde. Da sie keine Vorwahlen ihrer eigenen Partei gewinnen kann, Alaska aber nur zu 12% aus Demokraten besteht, hat Murkowski ein undurchschaubares System der »gestaffelten Stimmen« in Alaska eingeführt, bei dem man für mehrere Kandidaten in einer Rangfolge stimmt. So kann Murkowski die sonst »verlorenen« Stimmen der Demokraten für sich abgreifen. »Das kann noch Monate dauern«, sagte Kelly Tshibaka, die eigentliche Wahlsiegerin, zu Steve Bannon.
In Georgia wird es am 6.12. eine Stichwahl zwischen dem demokratischen Amtsinhaber Raphael Warnock und dem Trump-unterstützten Ex-Footballstar Hershel Walker geben, da keiner der beiden die erforderlichen 50% erreicht hat.
In Arizona holten die republikanischen Kandidaten auf, nachdem zuerst die Demokraten bei der Auszählung der Briefwahlstimmen vorne lagen. Demokraten wählen seit der Corona-Pandemie oft per Briefwahl, Republikaner bevorzugen oft die Wahllokale. Die republikanische Kandidatin für das Amt des Gouverneurs Kari Lake (49,7%) liegt nur noch wenige tausend Stimmen hinter der amtierenden Staatssekretärin Katie Hobbs (50,3%), die zugleich als Wahlleiterin für ihre eigene Wahl dient.
600.000 Stimmen vornehmlich vom Wahltag bleiben beim Wahldebakel Arizona noch auszuzählen, die zu 70% für die Republikaner ausfallen. Der Senatskandidat Blake Masters könnte ebenfalls noch von der Aufholjagd profitieren, der aktuell bei 46,4% liegt, hinter Amtsinhaber Mark Kelly mit 51,4, bei 76% ausgezählten Stimmen. Der Trump-unterstützte Kandidat für den Generalstaatsanwalt Abraham Hamadeh hat ebenfalls aufgeholt und liegt Kopf an Kopf mit der demokratichen Amtsinhaberin Kris Mays. Trump-Anwältin Harmeet Dhillon ist vor Ort, um die Auszählung zu überwachen.
Damit könnten die Republikaner eine Mehrheit von 51 oder sogar 52 Senatsitzen erlangen.


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