»Vertrauen in USA nachhaltig erschüttert.«

90 hohe US-Offiziere rufen Verteidigungsminister und Stabschef zum Rücktritt auf

Über 90 hohe US-Offiziere haben in einem offenen Brief den Verteidigungsminister Lloyd Austin und Stabschef Mark Milley wegen dem Afghanistan-Debakel zum Rücktritt aufgefordert. Auch die Rücktrittsforderungen an Joe Biden mehren sich. Donald Trump forderte Biden auf, zurückgelassene Waffen zurückzuholen.

Die pensionierten Generäle und Offiziere riefen den Verteidigungsminister und Stabschef »aufgrund Fahrlässigkeit« beim »katastrophalen Abzug aus Aufghanistan« zum Rücktritt auf. Schätzungen zufolge verblieben nach dem »überstürzten Rückzug« ca. 15.000 US-Bürger und 25.000 Ortskräfte in Afghanistan.

Wenn Austin und Milley nicht einerseits »in schärfster Form« gegen den »gefährlichen Abzug protestiert« hätten, so müssten Sie zurücktreten, so der offene Brief. Wenn sie andererseits protestiert hätten, aber überstimmt wurden, müssten sie »aus Gewissensgründen im Protest« zurücktreten.

»Die Konsequenzen dieser Katastrophe sind enorm und werden noch jahrzehntelang nachwirken, angefangen bei der Sicherheit von Amerikanern und Afghanen, die sich nicht sicher zu Evakuierungspunkten begeben können, und daher aktuell faktisch Geiseln der Taliban sind. Tod und Folter von Afghanen haben bereits begonnen, und werden in eine schwerwiegende menschliche Tragödie ausarten. Der Verlust von Militärgütern im Wert von vielen Milliarden Dollar ist katastrophal. Die Rufschädigung der USA ist unbeschreiblich. Wir werden nun auf viele Jahre bei jeglichem multinationalem Engagement als unzuverlässiger Partner angesehen werden. Das Vertrauen in die Vereinigten Staaten ist nachhaltig erschüttert.«

Der ehemalige Präsident Donald Trump schieb auf Telegram, »Niemals in der Geschichte ist ein Rückzug so schlecht und inkompetent gehandhabt worden wie der Abzug der Biden-Regierung aus Afghanistan. Neben den offensichtlichen Fehlern sollte SÄMTLICHE AUSRÜSTUNG sofort an die USA ausgehändigt werden, inklusive jedem Cent der 85 Milliarden, die das gekostet hat. Wenn es nicht ausgehändigt wird, sollten wir es mit starker militärischer Macht zurückholen, oder wenigstens zum Teufel bomben. Niemand hätte soviel Dummheit wie bei diesem hirnrissigen Abzug für möglich gehalten.«

Bei einem geleakten Telefonat mit dem geflohenen afghanischen Präsidenten Ashraf Ghani am 23. Juli forderte Joe Biden diesen auf, so zu tun, als seien die Taliban nicht auf dem Vormarsch, berichtet Reuters. »In der Welt und in Teilen Afghanistans gibt es die Wahrnehmung, dass die Dinge im Kampf gegen die Taliban nicht gut laufen,« sagte Biden. »Es muss ein anderer Eindruck erweckt werden, ob es nun stimmt oder nicht.«

Mehr als 20 Republikaner im Kongress haben mittlerweile Joe Biden zum Rücktritt aufgefordert.

 


Sven von Storch

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