Niederschmetterndes Urteil im »Lancet«

16 Top-Forscher werfen Drosten und Co. Verbreitung von Verschwörungstheorien vor

Am 19.2.2020 veröffentlichte Dr. Christian Drosten zusammen mit 26 Kollegen einen offenen Brief im weltführenden Medizinjournal The Lancet, in dem sie die Laborursprungstheorie ohne Beweise als »Verschwörungstheorie« brandmarkten. Nun hat sich der Lancet ausdrücklich von diesem offenen Brief distanziert.

Aufgrund des wissenschaftlich unbegründeten »offenen Briefes« wurde die Laborursprungstheorie über ein Jahr von Mainstream-Medien und sozialen Medien verbannt und zensiert.

Entgegen seiner Behauptung, »erst ganz am Ende dazu gebeten worden« zu sein, war Drosten schon am 1.2.2020 bei der ersten Telefonkonferenz dabei, als der US-Coronapapst Anthony Fauci mit Wuhan-Finanzierer Peter Daszak und Jeremy Farrar vom Wellcome Trust ihre Verteidigung planten, da die Corona-Fährte direkt zu ihnen führte (Freie Welt berichtete).

Nun distanziert sich der Lancet mit einem neuen Artikel von Jacques van Helden der Universität Aix-Marseille und Richard Ebright der Rutgers U. sowie 14 weiterer Autoren von Drosten, Daszak und Konsorten, die einen »überwältigenden Konsens für einen natürlichen Ursprung des neuartigen Coronavirus behauptet haben.«

»Offene wissenschaftliche Debatte behindert«

»Die Autoren brachten jede alternative Auslegung mit Verschwörungstheorien in Verbindung«, so Ebright und Kollegen. »Diese Erklärung behinderte die offene wissenschaftliche Debatte, auch unter Wissenschaftsjournalisten.«

Entgegen der Behauptung von Drosten und Kollegen gebe es »keinen direkten Beweis für einen natürlichen Ursprung von SARS-CoV-2, und ein Laborunfall scheint eine Möglichkeit zu sein. Es gibt bisher keine wissenschaftlich belegten Beweise für einen natürlichen Ursprung.«

»Weder der Pfad vom tierischen Wirt zum Menschen, noch der geografische Weg des Virus aus Yunnan (wo die nächsten Verwandten des SARS-CoV-2 Virus auftraten) nach Wuhan (wo die Pandemie begann) sind bekannt. Über 80 000 nach dem Virus untersuchte chinesische Tierproben waren alle negativ”, so die Forscher. Außerdem verwehrten die chinesischen Beamten internationalen Forschern Zugang zu allen Orten, Proben und Daten, die mit dem Corona-Ausbruch in Verbindungen stehen.

Selbst WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus habe erklärt, »dass alle Hypothesen auf dem Tisch bleiben, auch die eines Laborursprungs«, welche Ebright und Kollegen »plausibel« nennen. »Bestimmte ungewöhnliche Attribute« der Genomsequenz von SARS-CoV-2 deuteten auf eine menschengemachte genetische Veränderung hin.

»Politische Erwägungen« über »rationale Hypothesen«

Ebright und Kollegen werfen Drosten et al. vor, »mögliche politische Erwägungen« statt der »Evaluierung aller Hypothesen auf rationaler Basis« vorgenommen zu haben. Entgegen dem Brief im Lancet vom 19.2. »denken wir nicht, dass Wissenschaftler zuvorderst nach ‚Eintracht‘  streben sollten.«

»Forschungsrelevante Hypothesen sind keine Desinformation oder Spekulation. Die Wissenschaft besteht vielmehr aus alternativen Hypothesen, widerstreitenden Argumenten, Nachweisbarkeit, Falsifizierbarkeit und Kontroversen. Wenn wir uns davon verabschieden, riskieren wir die Etablierung von Dogmen, das Wesen der Wissenschaft zu vernachlässigen, und selber Verschwörungstheorien zu verbreiten. Die wissenschaftliche Gemeinde sollte diesen Diskussion dort austragen, wo sie hingehört: In den wissenschaftlichen Fachjournalen.«

Etliche Unterzeichner des Lancet-Briefes haben sich mittlerweile distanziert. Laut Prof. Stanley Perlman der University of Iowa ist die Laborursprungstheorie »wieder auf dem Tisch«. Der Virologe Peter Palese verlangt eine ordnungsgemäße Untersuchung. Und Professor Bernard Roizman der University of Chicago sagt, das Coronavirus stamme aufgrund »Unachtsamkeit« aus dem Wuhan-Labor, die nun »nicht zugeben können, so etwas Dummes gemacht zu haben.«

»Übers Ziel hinausgeschossen«

Sogar Chefautor Charles Calisher nannte es »übers Ziel hinausgeschossen«, den Laborursprung als »Verschwörungstheorie« bezeichnet zu haben. Calisher und die verbliebenen Unterzeichner veröffentlichten jedoch am 5.7.2021 einen zweiten Artikel, in dem sie ihre Behauptung in abgemilderter Form wiederholten.

Dr. Christian Drosten redet immer noch die Möglichkeit der Laborursprungstheorie klein, und beschwört ohne Beweise in den deutschen Medien einen angeblichen natürlichen Ursprung der Corona-Pandemie.

Freie Welt schrieb Drosten mit der Frage, ob er seine Aussagen angesichts der niederschmetternden Kritik im Lancet revidieren oder ergänzen möchte.

Am 21.9. antwortete uns die Presseabteilung der Charité:

»Aus den öffentlichen Aussagen von Prof. Drosten zur Frage des Ursprungs des Corona-Virus geht hervor, dass er sich nie gegen irgendeine wissenschaftliche Hypothese ausgesprochen hat. Anderslautende Aussagen sind falsch und entbehren jeder sachlichen Grundlage. Richtig ist, dass er in der Abwägung der Möglichkeiten einen Ursprung in der Felltierzucht für wahrscheinlicher hält als andere Hypothesen.
 
Im Hinblick auf das in »The Lancet« veröffentlichte Statement vom 19. Februar 2020 verweise ich zudem erneut auf unsere ausführliche Antwort vom 5. Juni 2021: Danach grassierten im Februar 2020 schwerwiegende Anschuldigungen gegen chinesische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Öffentlichkeit. Ihnen wurde unterstellt, sie würden aktiv dabei mitwirken, einen vermeintlich nicht-natürlichen Ursprung von COVID-19 zu verschleiern. Für diese schwerwiegende Anschuldigung gab es keinerlei valide Belege oder belastbare Anhaltspunkte. Das von Ihnen genannte, in »The Lancet« veröffentlichte Statement vom 19. Februar 2020 hielt Prof. Drosten für geeignet, um seine Solidarität mit diesen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu dokumentieren. Etwaige anderslautende Darstellungen im Hinblick auf die Beweggründe von Prof Drosten, die in »The Lancet« am 19. Februar 2020 veröffentlichte Stellungnahme zu unterzeichnen, wären falsch und substanzlos.«


 

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