Trump-Wähler außer sich vor Wut

US-Justizministerium_ Es gibt keine Epstein-Liste, es war Selbstmord

Es ist etwas faul im Staate Trump: Die US-Regierung scheint die Affäre um Pädo-Zuhälter Jeffrey Epstein unter den Teppich kehren zu wollen. »Das ist ein totales verdammtes Desaster«, so ein Geheimdienstmitarbeiter.

Laut einem namenlosen Memo des FBI und Justizministeriums, das vom demokratischen Onlinemedium Axios veröffentlicht wurde, soll es »keine Kundenliste« von Jeffrey Epsteins Pädo-Ring geben, ebensowenig gebe es glaubhafte Informationen, dass Epstein Menschen erpresst hat«, so das Justizministerium. »Wir haben keine Informationen gefunden, die eine Untersuchung gegen noch nicht angeklagte dritte Parteien erfordern würden.«

Das FBI habe »eine große Menge Bilder und Videos von Epstein mit scheinbar Minderjährigen« ausgewertet, darunter »über zehntausend Videos und Bilder, illegalem Material über Kindesmissbrauch und Pornografie.«

»Teams von Agenten, Analysten, Anwälten sowie Datenschützer und Bürgerrechtler haben die digitalen und dokumentarischen Beweise durchkämmt, um der Öffentlichkeit so viel Information wie möglich bereitzustellen, unter gleichzeitiger Wahrung des Opferschutzes. Ein Großteil des Materials ist gerichtlich unter Verschluss. Nur ein Bruchteil dieses Materials wäre bei einem Prozess gegen Epstein öffentlich gemacht worden, da der Verschluss dem Opferschutz dient und keine zusätzlichen Dritten belastete. Durch diese Überprüfung fanden wir keine Grundlage, die Offenlegung dieser Materialien erneut zu prüfen, und werden dies auch nicht tun. Diese systematische Überprüfung ergab keine belastende ‚Kundenliste‘. Es wurden auch keine glaubwürdigen Beweise dafür gefunden, dass Epstein prominente Personen im Rahmen seiner Taten erpresst hat. Wir haben keine Informationen gefunden, die eine Untersuchung gegen noch nicht angeklagte dritte Parteien erfordern würden.«

Die anonyme Verlautbarung löste einen Sturm der Entrüstung unter Trump-Anhängern aus, da Trump-Beamte eine Offenlegung der Epstein-Dokumente und Kundenliste versprochen hatten. Das angebliche Memo ist inzwischen wieder von der Axios-Seite verschwunden. Das Justizministerium hat es weder bestätigt noch dementiert.

 »(Justizministerin) Pam Bondi hat vor wenigen Monaten gesagt, die Epstein-Kundenliste liege auf ihrem Schreibtisch«, schrieb der konservative Kommentator Robby Starbuck. »Jetzt behauptet das Justizministerium, es gebe keine Epstein-Liste. Tut mir leid, aber das ist inakzeptabel. Hat sie damals gelogen oder lügt sie jetzt? Wir verdienen Antworten.«

Der angebliche Hedgefonds-Manager und Milliardär Jeffrey Epstein hatte im Zeitraum 1994 bis 2005 in seiner Villa in Palm Beach, Florida, seiner New Yorker Stadtwohnung und auf seiner Privatinsel Little St. James vor Puerto Rico luxuriöse Partys für berühmte und mächtige Menschen veranstaltet, bei denen oft minderjährige Mädchen als Sexgespielinnen angeboten wurden. 2001–2005 flog Epstein Gäste wie Bill Clinton, Kevin Spacey und Prince Andrew nach St. Thomas auf die sogenannte »Orgieninsel«. Im März 2005 erstattete eine Mutter Anzeige bei der Polizei von Palm Beach, nachdem ihre Tochter ihr erzählt hatte, wie sie mit zwei anderen Mädchen zu der Epstein-Villa gebracht worden sei.

Doch im Oktober 2007 handelte Bundesermittler Alexander Acosta den vielleicht mildesten Deal für einen Serienvergewaltiger in der Geschichte der USA aus: Epstein bekannte sich in zwei Fällen der Kuppelei schuldig und erhielt dafür eine 18-monatige Haftstrafe, die er nicht im Bundesgefängnis, sondern in einer eigens eingerichteten Wohnung im Polizeirevier von Palm Beach verbringen durfte.

Acosta wurde 2017 in der ersten Trump-Regierung zum Arbeitsminister ernannt. Im Zuge seiner Anhörung sagte er zum Epstein Fall aus, er sei damals angewiesen worden, eine milden Deal mit Epstein auszuhandeln, da dieser »zum Geheimdienst gehört

Der ehemalige CIA-Chef Bill Burns hat Epstein laut Besucherliste mehrmals in seiner New Yorker Villa besucht, wie der Wall Street Journal 2023 meldete.

 Der Epstein-Fall wurde 2008 bis 2019 von den Mainstream-Medien ignoriert oder sogar als »rechte Verschwörungstheorie« abgetan, da Bill Clinton mit Epstein befreundet war. Auch in Donald Trumps Villa Mar-a-Lago in West Palm Beach war Epstein häufiger Gast gewesen, bis Trump ihn auslud, als er von dessen Pädo-Ring erfuhr.

Erst durch eine Zivilklage des rechten YouTubers Mike Cernovich und der Lokalzeitung »Miami Herald«  am 19.1.2017 gelangte der Fall wieder an die Öffentlichkeit. Am 2.7.2019 gab das Bundesgericht für Süd New York der Beschwerde statt und ordnete die Wiedereröffnung des Epstein-Falls an. Am Samstag, den 6.7.2019 wurde Jeffrey Epstein nach seiner Ankunft aus Paris am Flughafen in Teterboro, New Jersey, verhaftet und wurde am Montag dem Haftrichter vorgeführt.

Epstein kam ins MCC-Gefängnis (Metropolitan Correctional Center) in Manhattan in eine Zelle zusammen mit dem vierfachen Mörder und Ex-Polizisten Nicholas Tartaglione, der später im Besitz eines Handys gefunden wurde. Sie sollen sich gut verstanden haben. Am 23.7. soll Epstein versucht haben, sich umzubringen. Epstein kam danach in Einzelhaft in Suizidüberwachung, mit Videokameras und angeblicher 24-Stunden-Überwachung.

Am Freitag, den 9. August wurden 2.000 Seiten Gerichtsdokumente veröffentlicht, mit ausführlichen Infos über Epsteins prominente Gäste wie Bill Clinton, Prince Andrew, Kevin Spacey und Ehud Barak. Am 10. August wurde Epstein tot in seiner Zelle aufgefunden. Die Mainstream-Medien verbreiteten die durch die Gefängnisleitung bekannt gegebene Todesursache »Suizid durch Erhängen«.

Es gab mehrere Ungereimtheiten im Todesfall Jeffrey Epstein:

– Epstein erlitt laut Gerichtsmediziner eine Halswirbelfraktur, was nur in 1% der Selbstmorde, aber 50% der Tötungen durch Erhängen auftritt.

– Der 1,82 m große Epstein soll sich am oberen Bett seines Stockbettes erhängt haben; dazu hätte er knien müssen und erhebliche Kraft aufwenden müssen, um sich das Genick zu brechen.

– Die vorgeschriebene Papierbettdecke wurde durch eine Stoffdecke ersetzt, mit der er sich erhängt hat.

– Die Suizidüberwachung für Epstein wurde aus ungeklärten Gründen wenige Tage vor seinem Tod aufgehoben.

– Einzelhaft ist für einen Suizidgefährdeten nicht üblich.

– Angeblich gibt es keine Videos des Todes, weil die Kameras nicht funktionierten.

– Die Wachen mussten Doppelschichten leisten und waren sehr strapaziert.

– Einer der Wachen war kein zugelassener Strafvollzugsbeamter.

– Die Wachen haben an dem Tag »vergessen« nach Epstein zu sehen, sie schliefen angeblich.

– Zeugen berichten von Schreien aus der Zelle.

– Epstein wurde erst 3 Stunden nach seinem Tod aufgefunden.

– Wenige Tage zuvor soll Epstein sich bereiterklärt haben, gegen seine prominenten Komplizen auszusagen.

Die Leiterin der Autopsie Barbara Sampson und der führende Forensiker Michael Baden haben die offizielle Todesursache Selbstmord durch Erhängen in Zweifel gezogen.

Epsteins Geliebte und Komplizin Ghislaine Maxwell wurde im Juli 2020 verhaftet und am 28.6.2022 wegen Sexhandel mit Minderjährigen zu 20 Jahren Haft verurteilt. Ihr 97-seitiges Adressbuch enthält die Namen und Kontakte von über 2000 Prominenten, Politikern und Geschäftleuten, darunter Prinz Andrew, Bill Clinton und Donald Trump, wurde aber bisher nur in einer stark geschwärzten Fassung 2015 online veröffentlicht.

Die Trump-Regierung hatte versprochen, die Wahrheit über Jeffrey Epstein zu veröffentlichen. Im Gespräch mit dem YouTuber Theo Von forderte Vizepräsident JD Vance im Oktober 2024 die Freigabe der Epstein-Kundenliste.

Am 21.2.2025 sagte die Trump-Justizministerin Pam Bondi im Interview mit Fox News, die Kundenliste »liegt zur Ansicht auf meinem Schreibtisch«. Im März sagte Bondi, es gebe »zehntausende Videos mit Kinderpornos und hunderte Opfer«, die vom FBI geprüft werden.

In den vergangenen Monaten begann das Justizministerium zurückzurudern. Im Mai 2025 sagte FBI-Chef Kash Patel, und Vizechef Dan Bongino, bisher zwei der wichtigsten Aufdecker des Deep State, es gebe keinerlei Anzeichen für etwas anderes als Selbstmord im Fall Epstein. »Er hat sich umgebracht«, sagte Bongino. »Ich kenne die ganze Akte. Es war Selbstmord.«

Am Sonntag veröffentlichte das Justizministerium ein 10-Stündiges Video der Tür zu Epsteins Zelle von der Tatnacht. Dem Video fehlt jedoch die Minute genau vor Mitternacht, wie Internet-Nutzer bald herausfanden.

Seitdem überhäufen sich wütende Reaktionen des Trump-Lagers im Internet.

»Das ist ein totales verdammtes Desaster«, zitiert Journalist Michael Shellenberger einen US-Geheimdienstler: »Ich hoffe, Sie haken da nach. Das sind die Fragen, die gestellt werden müssen. Wir befinden uns in einer Zeit, in der Informationen frei fließen. Wenn sie denken, dass man das einfach aussitzen kann, haben sie sich getäuscht.«

 

Collin McMahon ist Autor von George Soros‘ Krieg, Der Zensurkomplex und Trump gegen den Deep State. Neu erschienen: Eroberung – Wie der politische Islam Deutschland unterwandert mit Irfan Peci.

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.