Iran: »Trump und Pompeo müsssen um ihr Leben fürchten«

Rushdie-Attentäter hatte Verbindungen zu Revolutionsgarden

Der Rushdie-Attentäter stand mit den Iranischen Revolutionsgarden in Kontakt, so westliche Geheimdienstquellen. Der Iran leugnet eine Verbindung und gab Rushdie die Schuld. Damit wäre Rushdie das vierte prominente Attentatsziel des Iran in einem Monat.

Der 24-jährige Shiit Hadi Matar griff am Freitag, 12.8. den 75-jährigen Rushdie auf offener Bühne bei einem Vortrag in Chautauqua, New York an und stach 10-15 mal auf ihn ein, wobei er ihn in Brust, Hals und Auge verletzte. Rushdie befindet sich außer Lebensgefahr und kann wieder sprechen.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums Nasser Kanani sagte am Montag, »Bei diesem Angriff ist niemand anderer als Salman Rushdie und seine Unterstützer verantwortlich zu machen oder gar zu verurteilen«. Iranische Medien feierten den Anschlag: »Der Teufel hat ein Auge verloren« (Foto).

Westliche Geheimdienstquellen sagten laut VICE, es sei »klar«, dass Matar vor dem Angriff »mit Personen in Kontakt stand, die dem Al-Kuds-Korps nahestehen«, dem terroristischen Arm der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC).

»Das Ausmaß der Beteiligung ist unklar, ob das ein direkt angeordneter Anschlag war, oder eine Reihe von Vorschlägen und Ermunterungen«, so eine anonyme Geheimdienstquelle zu VICE. Laut seiner Mutter soll sich Matar bei einer Reise in den Libanon 2018 zu seinem Vater radikalisiert haben.

Der Iran hat die Todes-Fatwa gegen Rushdie von 1989 und 3 Mio. $ Belohung nie zurückgenommen. 2017 bestätigte der oberste »geistliche« Führer des Iran Ayatollah Khamenei: »Die Fatwa bleibt in Kraft.«

Mehrere versuchte Mordanschläge gingen im vergangene Monat scheinbar auf das Konto des Mullah-Regimes: Am 31.7. wurde Khalid Mehdiyev, 23, mit einer Kalaschnikow und 1000 $ in Bar vor dem Haus der führenden iranischen Oppositionellen Masih Alinejad in New York verhaftet.

Der iranische IRGC-Agent Shahram Poursafi hat laut Axios 300.000 $ für die Ermordung des ehemaligen Nationalen Sicherheitsberaters John Bolton und 1 Mio. $ für die Ermordung des ehemaligen Außenministers Mike Pompeo geboten haben, vermutlich als Rache für die Ermordung des IRGC-Chefs Qassem Suleimani 2020. Axios beruft sich auf Angaben des US-Justizministeriums.

Das Khamenei-Organ Kayhan lobte den Anschlag auf Rushdie und schrieb, es zeige, »es ist nicht schwer, Rache an Pompeo oder Trump zu nehmen, die jetzt um ihr Leben fürchten müssen.« Anstatt den ehemaligen US-Präsidenten zu beschützen, war das FBI damit beschäftigt, bei einer Razzia den Kleiderschrank seiner Frau Melania zu durchwühlen.

Währenddessen drängen Deutschland und die EU auf neue Verhandlungen mit dem Iran und eine Lockerung der Sanktionen gegen das Terror-Regime. Laut einem EU-Entwurf für ein neues Abkommen zur Umgehung der US-Sanktionen sollen Europäer Geschäfte mit iranischen Unternehmen machen dürfen, die in »Transaktionen« mit den Revolutionsgarden verwickelt sind, berichtet die Welt.

 

 

Sven von Storch

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